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10. Oktober 2007 22:35 Uhr

EADS: IHK setzt auf Einsatz von Beckstein

Es ist ein Vorzeigeunternehmen in Augsburg, das EADS-Werk im Stadtteil Haunstetten. Die Auftragsbücher des Luftfahrtwerkes sind voll. Die 2500 Mitarbeiter wissen teils gar nicht mehr, wie sie die Arbeit bewältigen sollen. Und doch machen sie sich Sorgen: Sie wissen nicht, wohin die Reise bei EADS geht. Denn das Werk steht zum Verkauf. Von Thomas Faulhaber,

Für die Industrie- und Handelskammer (IHK) sind Politik und Wirtschaft gefordert, für eine deutsche Lösung zu kämpfen. Hauptgeschäftsführer Peter Saalfrank sagt, es wäre wichtig, dass der neue bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein sich des Themas annimmt: "Das müsste sein Einstieg in Schwaben sein. Es wäre eine große Chance für ihn, etwas für den Technologiestandort Augsburg zu tun."

Das EADS-Werk spiele eine zentrale Rolle bei der Ansiedlung einer Forschungseinrichtung für Faserverbundstoffe. Ein Fraunhofer-Institut soll die darauf spezialisierten Firmen mit angewandter Forschung unterstützen. Dieses Zusammenspiel von Produktion und Entwicklung sei eine Voraussetzung für die Sicherung des Standorts. Politik und Unternehmen in der Region müssten geschlossen auftreten, um diese technologische Weichenstellung zu bewirken.

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Ruck setzt sich massiv für eine nationale Lösung ein

In der Politik wird die Notwendigkeit erkannt, für die Zukunft von EADS zu kämpfen. Der Augsburger CSU-Bundestagsabgeordnete Christian Ruck hat sich in der Vergangenheit massiv eingesetzt. Er bestätigte gestern nochmals, dass er sich für eine nationale Lösung aussprechen würde.

Für die FDP-Bundestagsabgeordnete Miriam Gruß ist es zunächst wichtig, "dass die Arbeitsplätze in Augsburg nicht gefährdet sind". Wichtig sei, dass die Forschung am Standort auch in Zukunft eine wichtige Rolle spiele.

Ein potenzieller Käufer war am Dienstag abgesprungen. Die Heidenheimer Firma Voith zog sich aus dem Bieterprozess zurück. Für den SPD-Fraktionsvorsitzenden Karl-Heinz Schneider war dies ein Schritt, "den ich bedauere". Für den früheren IG-Metall-Chef wäre Voith der "Wunschpartner" gewesen, "denn dann hätte auch für die EADS-Mitarbeiter der hohe Sozialstandard gehalten werden können".

Auch in der Wirtschaft wird der Rückzieher von Voith einhellig bedauert. "Das wäre eine Erfolgsstory gewesen", sagt Jochen Seiff vom Förderverein der Augsburg AG. Roland Fürst aus der Geschäftsführung der Arbeitsagentur: "Eine deutsche Lösung wäre wohl die sicherste für die Mitarbeiter." Es hänge nun viel davon ab, dass Wirtschaft und Politik gemeinsam agieren. "Die Region muss Einfluss auf die Bundesregierung nehmen."

"Eine nationale Lösung muss weiterhin das Ziel sein, schon aufgrund der Milliarden Euro, die aus Steuergeldern in das Thema Airbus und EADS gesteckt wurden", sagt Handwerkskammer-Chef Ulrich Wagner. EADS sei ein wichtiger Partner für die Themen Mechatronik und Faserverbundwerkstoffe.

Immense Fördermittel im Bereich Forschung und Entwicklung stehen auf der Kippe, wenn möglicherweise ein Ausländer EADS übernimmt, das befürchtet auch der regionale Chef der IG Metall, Jürgen Kerner. Man stehe in intensiven Kontakten zu den anderen beiden betroffenen Werken. "Da läuft viel, auch hinter den Kulissen."

Und wie ist die Stimmung bei den Beschäftigten? "Die Kollegen sind verunsichert", sagt Betriebsratschef Peter Schönfelder. Der Betriebsrat habe sich bisher noch nicht für einen Interessenten ausgesprochen, obwohl dies aus den eigenen Reihen schon gefordert wurde.

Der Poker um das Werk habe auch eine erfreuliche Konsequenz gehabt: "Bei allen Verhandlungen wurde immer die hohe Wertigkeit des Augsburger Werks dargestellt. Das zeichnet das Team der EADS aus."

Das Thema ist auf höchster Ebene angesiedelt. Am heutigen Donnerstag nimmt sich auch der Wirtschaftsausschuss im Bundestag der Zukunft von EADS an.

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