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23. März 2010 05:44 Uhr

Ein Dorf und ein Film

Das Dorf ist Dinkelscherben, mitten im Augsburger Land, eingebettet in den Naturpark Westliche Wälder, und sonst nichts. Der Film, der jetzt uraufgeführt wurde, das ist ein Projekt des Vereins "Junge Kultur Dinkelscherben", eine Heimatkomödie über den Außenseiter Hannes (Morten Prohm), der eigentlich nur deshalb einer ist, weil er anders spricht als seine Klassenkameraden, nämlich ohne schwäbischen Akzent.

Ein Dorf und ein Film
Foto: ALFA

Fortgetrieben haben sie ihn, bis nach Hamburg auf die Universität, nachdem sie ihm zuvor die Freundin entfremdet hatten. Doch jetzt ist er zurück, wenn auch nur für wenige Tage, zur Beerdigung seines besten Freundes Max (Vitus Aumann). Der ist bei einem Autounfall mit reichlich Bier im Blut im heißen Sommer in der Reischenau mit 20 Jahren ums Leben gekommen.

Frei von Pathos ist der Plot von "Der letzte Streich", den Michael Kalb und Krimiautor Willibald Spatz geschrieben haben. Und nicht besonders schmeichelhaft für dieses Dorf. Dennoch ist es den Filmemachern gelungen, einen Großteil der Dorfgemeinschaft, vor allem Jugendliche, in die Entstehung ihres Werks einzubinden. Ganz so verschlossen können sie also in Wirklichkeit doch nicht sein.

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Resi Lechner ist dabei, eine alte Frau, die in Dinkelscherben jeder kennt, aber auch Eberhard Peiker, hauptberuflich Schauspieler am Theater Augsburg sowie Matthias und Michael Gleich, zwei Zehnjährige, die nicht nur im Film Lausbuben darstellen, sondern auch Eufonium und Trompete spielen in der Film-Combo, die einen Teil der Filmmusik geliefert hat.

Die Dorfgemeinschaft, die sie darstellen, macht hingegen nicht unbedingt Lust aufs Landleben. Bier, Zigaretten, Samstagabend-Holzschuppen-Disco, Freibad - das ist das Leben der jungen Erwachsenen im Film. Max ist nicht mehr dabei. Bei seiner Beerdigung trifft Hannes seine Jugendliebe Marie (Theresa Braun) wieder, die Schwester von Max. Die ist jetzt die Freundin des Dorfmachos Marco (Jonas Zügel).

Der möchte sie heiraten, denn sein Großvater (Eberhard Peiker) verspricht ihm sein gesamtes Vermögen, wenn er sich an seinem 20. Geburtstag verlobt. Hannes tut so, als ob ihn das nicht interessiert, da schreitet der Geist von Max ein und überredet Hannes ihm zu helfen, diese Hochzeit zu verhindern. Immer wieder erinnert er Hannes an die gemeinsame Jugend, die die beiden mit Streichen verbracht haben. Bis zum letzten Streich am 80. Geburtstag von Marcos Großvater.

Bürgermeister im Badebecken

Mit einem Budget von 3000 Euro, einer halbprofessionellen Kamera und einem Schnittplatz im eigenen Keller ist die Filmgruppe ans Werk gegangen. Es sind die komischen Szenen, die den Film sehenswert machen. Der Augsburger Kulturmacher Arno Löb ist etwa als grummelnder Pfarrer zu sehen und ein Double des Dinkelscherbener Bürgermeisters tritt in einer skurrilen Szene im Freibad auf, bei der er freilich mit Zylinder im Wasser landet.

Nicht jeder der junge Darsteller ist ein geborener Schauspieler oder Sprecher, doch darauf kommt es in dem 70 Minuten langen Film auch gar nicht hauptsächlich an. Was zählt, ist das Gemeinschaftsprojekt.

Nochmals wird der Film "Der letzte Streich" am Samstag, 27. März, um 20 Uhr im Thalia in Augsburg gezeigt.

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