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07. März 2011 00:03 Uhr

Ein Fest der Stimmen

Operetten-Abend im Kurhaus

Musik lebt von der Aufführung – das machte auch das Faschingskonzert im Parktheater deutlich. Auch wenn die Evergreens der Operettenwelt von J. Strauß, Kálmán und Co. oft gespielt werden, klangen sie im Konzert auf diesem Niveau und in solchem Rahmen selbst beim x-ten Hören besonders.

Das „Salonorchester Frank Lippe“, bestehend aus Frank Lippe (diesmal als hervorragender Pianist), den Violinistinnen Agnes Bilowitzki und Eva Berschet, Jakob Janeschitz-Kriegl (Cello), Herbert Engstler (Kontrabass) und Klarinettist Klaus Schwarzkopf, begleitete farbig, meist mit den Sängern wie verwachsen und brillierte auch eigenständig: mit Offenbachs akkurat gespieltem Höllen-Cancan zum Beispiel oder mit dem in die Vollen greifenden Walzer „Gold und Silber“. Selbiger war Franz Lehárs erster großer Erfolg gewesen, erzählte Barbara Kreuzer. Die Moderatorin informierte zwischen den Nummern über die Werke und Komponisten charmant. Einzige Wermutstropfen waren das fehlende Programmheft und die allgegenwärtigen Notenständer, da die Solisten vom Theater Augsburg meist nicht auswendig sangen.

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Christopher Bursietta sang sich in die Herzen der Hörer

Trotzdem gerieten die Gesangsdarbietungen glanzvoll. Sopranistin Cathrin Lange betörte mit schwereloser Stimme, rund, strahlend und ihr Vibrato gestalterisch einsetzend. Weite, ausgekostete Legato-Linien, offene, schöne Spitzentöne wie im Vilja-Lied, in Robert Stolz’ innigem „Du sollst der Kaiser meiner Seele sein“ oder Rosalindes „Czardas“ aus Strauß’ „Fledermaus“ – hier vielleicht eine Spur zu schwerelos – machten ihre Auftritte allein, im Duett oder Terzett zum reinen Genuss.

Ebenso Christopher Bursietta, der seit dieser Spielzeit Ensemblemitglied ist und für den angekündigten Roman Payer bravourös einsprang. Mit lyrisch warmer, heller Stimme, schwelgerischen Kantilenen und wunderbar gelungenen Höhen sang sich der australisch-maltesische Tenor in die Herzen der Hörer. Der schlank timbrierte Bariton Jan Friedrich Eggers betörte mit seiner samtig-sonoren Mittellage und zeigte gleich zu Beginn Spiel- und Schnellsprech-Gesangskomik, harmonierte – ebenso wie Christopher Bursietta – mit Cathrin Lange klangfarblich ausgezeichnet. Insgesamt ein Fest der Stimmen. (skn)

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