Aufgestellte Luftmatratzen, eine Hängematte, vereinzelte Topfpflanzen, röchelnde Kaffeeautomaten und die "Solikasse" am Eingang zeigen schon, dass die Studierenden der Uni Augsburg noch nicht an die Beendigung der Hörsaalbesetzung denken - eine klare Aussage dazu gab es allerdings am Sonntagnachmittag noch nicht.

Auch wenn nur wenige Schüler und Eltern den Weg ins ziemlich kühle Audimax fanden - insgesamt waren rund 60 Plätze besetzt - war die Stimmung optimistisch. Zum bayernweit ersten Schülerkongress hatten die besetzenden Studenten Schüler, Lehrer und Eltern eingeladen. "Wir kämpfen hier nicht nur für uns, wir wollen den Schülern zeigen, dass wir uns für eine gemeinsame Sache einsetzen, die uns alle betrifft", erklärte Sebastian Schölch, Student an der Uni Augsburg und seit vier Wochen mit dabei im besetzten Hörsaal 1.
Im Zentrum des Schülerkongresses stand die Vorstellung und Abstimmung eines Forderungskataloges, der im Vorfeld mit dem Landesschülerrat und der AG Schule - bestehend aus Studenten, Schülern, Eltern und Lehrern - ausgearbeitet wurde. "Uns ist es besonders wichtig, dass viele Schüler und Eltern an diesem Prozess beteiligt werden, denn schließlich beginnt Bildung ja schon im Kindergarten", so ein Student. Daher stand auch die Forderung nach einer Trennung der Begriffe Bildung und Wissensvermittlung im Vordergrund. Der Kongress ist mit dem Ziel angetreten, konstruktive Vorschläge zu erarbeiten und einen Schüler- und Studierendenrat in Augsburg zu gründen, der die Interessen derjenigen vertritt, die davon betroffen sind.
Das Ziel sei, so Sprecher Silvio Heidbüchel, eine konstruktive Verbesserung der Schul- und Bildungssituation. Daher setze man sich für eine echte Lehrmittelfreiheit, kleinere Klassen, eine Überprüfung der Lehrinhalte, bessere Lernverhältnisse, Konzepte für Kinder mit Migrationshintergrund und den Ausbau der Ganztagsschulen ein.
Besondere Dringlichkeit beinhalte auch das G8, das in seiner jetzigen Form für die Schüler und späteren Studenten noch unausgereift sei und dringend reformiert werden müsse: "Wichtig ist, dass jetzt etwas passiert", so Betül Postakal, Schülerin der 10. Klasse des Holbein-Gymnasiums: "Die ersten Oberstufenschüler haben vor kurzem über ihre Erfahrungen berichtet, sie fühlen sich als Versuchskaninchen und dürfen nicht allein gelassen werden."
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