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"Hokuspokus Opernhaus, spuck den kleinen Mozart aus": Mit Sicherheit war dieser eingängige Reim am Sonntag nach dem Familienkonzert im Theater Augsburg in manchem Kinderzimmer zu hören - trotz des Verbots von Dirk Kaftan. Funktioniert hat er nur beim Konzert "Mozart für Kinder" (Inszenierung: Christiane Lutz) im Großen Haus, nachdem Dirigent und Moderator Kaftan eine "Verabredung mit einem Wunder" angekündigt hatte.
Da erschien auf den Zauberspruch tatsächlich der kleine Mozart mitsamt Vater Leopold. Zu dem Zeitpunkt waren die kleinen und großen Zuschauer über den berühmten Gast bereits bestens informiert: Sein halbes Leben ist Amadé gereist, hat über 200 Städte gesehen und hat Musik komponiert, die am Stück aufgeführt zwei Wochen in Anspruch nähme. Dirk Kaftan und das Philharmonische Orchester Augsburg boten davon eine kleine, feine Auswahl.
Ausgezeichnet gespielte frühe Klavierwerke zum Beispiel, eine schmissige Ouvertüre aus dem Serail, lyrisches Bläserquartett mit Orchester, den gemeinsam mit dem Kinderchor des Theaters Augsburg gesungenen Kanon "Bona Nox" oder die kleine Nachtmusik. Dazu tanzten sechs Schülerinnen der Ballettakademie Erich Payer eine grazile Choreografie.
Bravouröse Spitzentöne, eine reizend schnatternde Papagena
Das Aufgebot war groß beim Familienkonzert. So kurz Mozart auch lebte, so reich ist seine Biografie. Nur ein Teil konnte auf die Bühne gebracht werden: das Augsburger Intermezzo mit dem Bäsle, der Tod der Mutter in Paris oder dann, der Sprung zu den Werken, der Vogelfänger Papageno (Jan Friedrich Eggers), dessen Prahlerei mit einem Wisch von der unheimlichen Königin der Nacht (Cathrin Lange) zunichte gemacht wurde. Nach ihren bravourösen Spitzentönen in der Zornesarie wurde diese ummaskiert und schnatterte als reizende Papagena mit ihrem gefiederten Gemahl um die Wette. Zum Abschied gab es verdienten tosenden Beifall. (skn)
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