Dienstag, 17. Oktober 2017

23. September 2012 18:55 Uhr

Augsburg

Ein prüfender Blick auf die Radlerwünsche

Die Augsburger sind schon viel auf Fahrrädern unterwegs. Doch die Stadt will in Sachen "Fahrradstadt" aufholen. Der Fahrradbeauftragte sichtet die Vorschläge unserer Zeitungsleser.

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Nach langer Wartezeit müssen die Radler in der Pferseer Unterführung nicht mehr auf der Straße fahren.
Foto: Silvio Wyszengrad

Als Thomas Hertha sein Amt antrat, wusste er schnell, was die Radler in Augsburg stört: Der Fahrradbeauftragte bekam viel Post und viele Anrufe mit Klagen, Wünschen und Anregungen. Bald werden es noch ein paar mehr, denn die gesammelten Wortmeldungen unserer radelnden Zeitungsleser gehen an die Stadt. „Wir schauen uns das gerne an“, sagt Hertha.

Fahrradbeauftragter verspricht keine Wunderdinge

Wunderdinge kann der Fahrradbeauftragte nicht versprechen. Viele der beklagten Lücken im Radwegnetz und Gefahrenstellen sind schon bekannt. Sie lassen sich oft aber nicht einfach bereinigen. Beispiel: die enge Durchfahrt am Jakobertor. „Der Platz in der Innenstadt ist einfach begrenzt“, sagt Thomas Hertha. Trotzdem wird auch diese Stelle nicht im Aktenschrank landen, sondern noch einmal geprüft.

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Es sind nicht nur historische Bauten, die den Raum für Radfahrer einschränken. Es sind auch die Planungen der Vergangenheit: „Früher hat man etwas für Radfahrer getan, wenn es einfach zu machen war“, sagt Hertha. Wo Platz war, entstand ein Radweg, sonst nicht. Das Auto stand im Mittelpunkt.

Mehr Raum am neuen Königsplatz

Inzwischen hat sich das verändert. Zu den ersten Eindrücken des Fahrradbeauftragten als Neu-Augsburger gehörten die Radwege an der umgebauten Friedberger Straße und der Schleifenstraße. Sie zeigen seiner Ansicht nach, dass die Stadt den Schwerpunkt schon verschoben hat. Fortschritte sieht Hertha auch an anderen Stellen: Die Pferseer Unterführung ist umgebaut, der neue Königsplatz wird Radlern mehr Platz einräumen als bisher.

Der Einsatz für Radler ist nicht immer einfach („man rennt keine offenen Türen ein“), doch die Pläne gehen noch viel weiter. Unter dem Schlagwort Fahrradstadt wollen der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) und die Stadt den Radlern das Leben noch leichter machen. Nach einem Grundsatzbeschluss im Herbst soll ein Konzept bis zum Jahr 2020 entstehen.

Radler so schnell wie Autos

Es wird eine Liste von Stellen enthalten, an denen Radlern geholfen werden soll. Thomas Hertha könnte sich vorstellen, Kreuzungen an der Ackermannstraße umzubauen, an denen Radler mühsam mehrere Ampeln passieren müssen. „Man hatte nur das Auto im Blick“, sagt er. Das wird allerdings Geld kosten. Es wird auch um neue Radwege gehen. Vorschläge dafür gibt es genug, obwohl sich auch Radler nicht einig sind, ob ein Streifen am Straßenrand oder ein eigener Weg besser ist. Der Trend, sagt Hertha, geht aber „weg von den Fußgängern und hin zu den Autos“. Das liegt auch am Tempo. Weil Elektroräder immer beliebter werden, sind viele Radler in Tempo-30-Zonen so schnell wie die Autos.

Der Weg zur Fahrradstadt soll aber noch drei weitere Spuren haben. Eine heißt Information (Wegweiser), eine andere Service. Dazu gehören zum Beispiel Abstellplätze und Fahrradparkhäuser. Eine andere Säule heißt Kommunikation – nach dem Motto: Tue Gutes und sprich darüber. „Wir können den Radfahrern nur Angebote machen“, sagt der oberste Verkehrsplaner im Tiefbauamt, Gunther Höhnberg. Ebenso wie Thomas Hertha und Amtsleiter Josef Weber fährt auch er in der Stadt viel Rad. Sie kennen die Schwachstellen, sie betonen aber auch, dass man an vielen Orten in Augsburg gut Rad fahren, Zeit sparen und etwas für die Gesundheit tun kann. Das schreiben auch Leser. Der Fahrradbeauftragte Hertha hofft auf eine „positive Grundstimmung“, damit der Anteil der Radler im Verkehr von 14 (im Jahr 2008) bis 2020 auf rund 20 Prozent steigt.

Ein Ziel: Weniger Aggressivität

Was ihn stört, ist die Aggressivität im Verkehr. Sie findet sich in vielen Zuschriften: „Jeder beschwert sich über jeden. Es wäre schön, wenn die gegenseitige Akzeptanz zunimmt “, sagt Hertha. In Städten mit mehr Radanteil sei das besser. Autofahrer, die um ihren Platz fürchten, beruhigt Gunther Höhnberg: „Wir haben Autofahrer nur ausgebremst, wenn wir anderswo mehr Platz geschaffen haben.“ Als Beispiel nennt er die Haunstetter Straße, an der nach dem Bau der Schleifenstraße im Bereich der Innenstadt Radspuren entstanden sind.

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Schlagworte

Augsburg | Josef Weber | ADFC

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