Sonntag, 19. November 2017

03. November 2017 11:10 Uhr

CD-Präsentation

Ein unverwechselbares Timbre

Für Stefanie Schlesinger stand schon immer fest, einmal Sängerin zu werden. Als Musikerin bringt sie dafür alles mit, vor allem: Sie bezaubert, auch auf ihrem neuen Album. Von Stephanie Knauer

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Im Jazzclub Augsburg hat Stefanie Schlesinger ihr neues Album „Reality“ vorgestellt. Das Publikum war begeistert.
Foto: Annette Zoepf

Das Singen stand für Stefanie Schlesinger schon immer fest. Schon als Kleinkind wusste sie, dass sie einmal Sängerin wird. Heute ist sie am Ziel, ist eine renommierte Jazzsängerin und Songwriterin, deren jüngste CD „Reality“ für die Bestenliste der deutschen Schallplattenkritik in diesem Quartal nominiert ist, Bekanntgabe ist am 15. November. Bereits mit 26 Jahren erhielt sie als erste Sängerin den Bayerischen Kunstförderpreis in der Kategorie Jazz. Dabei begann die gebürtige Bambergerin zunächst mit der klassischen Musik. Sie lernte früh Klavier und klassischen Gesang, besuchte das musische E.T.A. Hoffmann-Gymnasium in ihrer Heimatstadt und bewarb sich um ein Gesangstudium, das sie 1996 am Augsburger Konservatorium begann. Gleichzeitig wuchs ihre Anziehung zum Jazz.

Erste Kontakte mit dieser modernen Musik hatte sie schon während der Schulzeit als Mitglied des dortigen Vokalensembles. Workshops vertieften die zarten Bande. Nach ihrem künstlerischen Diplomabschluss 2001 „konvertierte“ die sympathische Wahl-Augsburgerin endgültig zum Jazzgesang. Mit ihrem Mann, dem international bekannten Vibraphonisten und Komponisten Wolfgang Lackerschmid wurde sie ein Dreamteam des Jazz, das gerne Grenzen überschreitet, neue Formen sucht und findet, Crossover-Projekte entwickelt und mit dem „Musiclett“ eine schlanke Form der Jazz-Oper erfand, alles stets auf hohem Niveau.

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Enormes Spektrum an Farben und Ausdruck

Auch die neue CD „Reality“ ist ein Projekt, das verbindet. Ihren Ursprung hat sie in Programmen für die Münchner „Nacht der Filmmusik“. Mit einer „Traumbesetzung“ – die Pressemeldung verspricht nicht zu viel – verjazzt Stefanie Schlesinger Songs aus Film und Fernsehen, darunter Hits wie „Parole, Parole“, „The Winner Takes It All“ oder „The Summer Knows“ von Michel Legrand. Legrand war einer der Komponisten des Musikfilmes „Yentl“ mit Barbra Streisand in der Titelrolle – und an letztere Grand Dame unter den Sängerinnen erinnert Schlesingers Vokalkunst. Beide haben ein enormes Spektrum an Facetten, Farben und Ausdruck, behalten auch im Forte noch ein samtiges, unverwechselbares Timbre, können betörend „croonen“ – und vor allem: bezaubern, und das nicht zuletzt durch Intensität.

Dank ihrer klassischen Herkunft verfügt Schlesinger über eine überragende Technik und Souveränität in mehreren Sprachen. Auch auf ihrer CD singt sie mehrsprachig, in Italienisch, Englisch und Deutsch, immer authentisch klingend. Jeder Ton sitzt in allen Lagen, das Vibrato ist wohlplatziert und vollendet, nie ist etwas „gemacht“ oder zu viel, guter Geschmack steckt in allem.

Alle ziehen an einem Strang

Doch ihre Intention geht über die Technik hinaus, das Können ist Mittel zum Zweck: der Musik gerecht zu werden. Diese Bescheidenheit vor der Kunst, die jedem echten Künstler eignet, macht einen Teil des Charismas ihres unaufdringlich ausdrucksstarken Gesangs aus – und des Spiels ihrer Mit-Musiker, allen voran Wolfgang Lackerschmid, der die Arrangements auf der CD schrieb und mit seiner Frau auch die Ballade „With You“ komponiert hat. Dazu gesellen sich Pianist Mark Soskin, als ursprünglich klassisch ausgebildeter Musiker ebenfalls ein Grenzgänger, Bassist John Goldsby, Schlagzeuger Guido May und der junge Trompeter Ryan Carniaux, der in Augsburg schon mehrmals begeisterte.

Musikalisch ziehen alle an einem Strang, jede Nummer gelingt wie aus einem Guss. Dabei ist es eine Kunst, etwa Franz Grothes wehmütigen Foxtrott „Ganz leise kommt die Nacht“ von 1939 in einen Jazzwaltz umzuwandeln, und den Charakter zu bewahren. Auch in „The Winner Takes It All“ bleiben die Wurzeln erhalten und es lässt sich ABBA nicht überhören. Jede Nummer auf „Reality“, benannt nach dem gleichnamigen, ebenfalls verjazzten Hit aus „La Boum“, ist ein liebevoll gearbeitetes Kleinod.

Beim Release-Konzert im Augsburger Jazzclub war das Publikum begeistert. Die Musiker solierten inspiriert – gleiches gilt für die CD-Einspielung. Zudem ist Schlesinger als Komponistin erfolgreich. Sie schrieb zahlreiche Gedichtvertonungen, Songs und Kinderlieder. Beim Suchtpräventions-Projekt „Papilio“ mit der Augsburger Puppenkiste, der Geschichte von „Paula und die Kistenkobolde“ lieh sie ihre Stimme der Titelheldin Paula.

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