Elisabeth und Anton Nothofer könnten nie in der Fuggerei leben. Nach momentanem Stand zumindest. Denn um eine Wohnung in der Sozialsiedlung zu beziehen, muss man für eine gewisse Zeit in Augsburg ansässig gewesen sein. Nothofers aber kommen aus Lauterbach.

Dass sie am Wochenende trotzdem eine Nacht in der Schauwohnung der Fuggerei verbringen durften, hat mit dem Jubiläum "550 Jahre Jakob Fugger" zu tun: Nothofers hatten sich an einem AZ-Preisausschreiben beteiligt und den ersten Preis gewonnen. "Als wir das unseren Bekannten erzählt haben, waren die ganz neidisch, weil ja sonst jeder Besucher spätestens um 22 Uhr raus muss aus der Fuggerei . . ."
Um diese Zeit ging das Abenteuer für Nothofers erst richtig los. Sabine Darius von der Fuggerei-Verwaltung führte die Besucher zum Essen aus. In die Fuggerei-Stuben, versteht sich. Danach gab es ein Treffen in der guten Stube der Ochsengasse 51: Mehrere Fuggerei-Bewohner kamen vorbei, auch Katharina Gräfin Fugger von Glött plauschte mit den Gästen. Zu später Stunde gab der Nachtwächter Einblicke in seine Arbeit. Die Pforten der Sozialsiedlung werden um 22 Uhr verschlossen. Dann kehrt himmlische Ruhe ein in diesem Teil der Jakobervorstadt.
Stiftungsadministrator Wolf-Dietrich Graf von Hundt überraschte die Nothofers am nächsten Morgen - um sich zu überzeugen, dass sie auch gut geschlafen haben. "Wir haben dann noch zusammen bei den Nachbarn gefrühstückt. Es war ein rundherum gelungener Ausflug", freuten sich die Nothofers.
Für die Fuggerei-Bewohner geht es gleich am heutigen Montag weiter mit Besuch: Ein Fernsehteam des ZDF hat sich angekündigt, um im Jubiläumsjahr einen Beitrag zu filmen. Ausgestrahlt werden soll er am kommenden Sonntag. Insgesamt hat das Jubiläumsjahr der Fuggerei zahlreiche Anfragen beschert: "Wir hatten allein 41 Teams, die dieses Jahr über die Fuggerei berichtet haben. Das ist wesentlich mehr als in anderen Jahren", sagt Sabine Darius. (nip)
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