Ministerium prüft, Politiker gehen auf die Barrikaden
Das Kultusministerium spricht von einer „ergebnisoffenen Prüfung“, doch die Augsburger Politiker sind alarmiert. Eine Verlegung des Bayernkollegs von Augsburg nach Marktoberdorf wäre eine „bildungspolitische Schnapsidee“, sagt die SPD-Vorsitzende Ulrike Bahr.
Bildungsreferent Hermann Köhler hatte die Pläne des Freistaats bestätigt: Demnach sollen das Kolleg, an dem junge Erwachsene auf dem zweiten Bildungsweg das Abitur machen können, und das Wohnheim nach Marktoberdorf verlegt werden. In einem Brief ans Ministerium protestierten schon im Mai die CSU-Landtagsabgeordneten Johannes Hintersberger (Augsburg) und Josef Miller (Memmingen) dagegen. „Eine Verlegung wäre der Tod der Einrichtung“, sagt der ehemalige Kollegschüler Miller.
Das Ministerium sieht die Lage weniger dramatisch. Die Prüfung „aller Möglichkeiten“ habe erst begonnen, sagte Sprecherin Marion Rüller. Möglich sei eine Sanierung in Augsburg (15 Millionen Euro), aber auch eine Verlagerung. Bei der Prüfung würden Schülerzahlen, Auslastung und Verteilung der Angebote im Land berücksichtigt. „Am Ende gibt es ein Gespräch zwischen Minister Spaenle und Oberbürgermeister Gribl“, so Rüller.
Augsburger Politiker betonen die große Zahl an Schülern aus der Stadt und den Migrantenanteil. „Für einen Großteil würde die Verlagerung den Zugang zu diesem Bildungsweg verbauen“, warnen Hintersberger und Miller. Ihre SPD-Kollegen Linus Förster und Harald Güller kündigen Widerstand an. (mb)
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