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18. November 2009 05:59 Uhr

"Eins, zwei, drei - lasst die Schüler frei"

Demonstration in der Innenstadt, versperrte Schultüren und ein überraschender Streik im Hörsaalzentrum an der Uni - Studenten und Schüler in Augsburg machten ihrem Ärger gestern Luft. Über 1000 junge Menschen haben in der Fuggerstadt am bayernweiten Bildungsstreik teilgenommen.

Von Katharina Gaugenrieder und Stephanie Kundinger

Der Demonstrationszug beeinträchtigte am Vormittag teilweise den Verkehr. "Probleme gab es bei den Straßenbahnlinien 2 und 4", teilte Stephanie Lermen von den Stadtwerken mit. Am Vormittag musste die Straßenbahnlinie 2 umgeleitet werden und fuhr zwischen dem Königsplatz und der Wertachbrücke dieselbe Strecke wie die Linie 4.

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Weil sich einige Schüler am späten Vormittag zu einer Sitzblockade am Klinkertor zusammengetan haben, mussten die Stadtwerke abermals reagieren: Dann wurde die Linie 4 über die Linie 2 für kurze Zeit umgeleitet. "Gegen 12.30 Uhr war dann aber alles vorbei", so Lermen. Die Polizei sprach von einer "friedlichen Demonstration ohne größere Vorkommnisse." 300 Schüler und Studenten hatten sich gegen 8.30 Uhr zur Kundgebung am Elias-Holl-Platz getroffen. Beim Demonstrationsmarsch durch die Stadt nahmen gut 1000 Demonstranten teil.

Die Polizei hatte im Vorfeld die Schulen über die Proteste informiert und ihnen geraten, Maßnahmen für einen geordneten Unterricht zu ergreifen. Viele Hausmeister haben deshalb die Türen verschlossen, was bei Schülern für Aufregung sorgte: "Eins, zwei, drei - lasst die Schüler frei", skandierte etwa die Menge auf den Stufen des Peutinger Gymnasiums. Die Teilnehmer des Bildungsstreiks klopften mit den Fäusten gegen die Glasscheiben, drinnen rüttelte ein Schüler erfolglos an der verschlossenen Tür. "Das ist Wahnsinn, die sperren einfach ihre Schüler ein", rief ein Jugendlicher aufgebracht.

Ähnlich gestaltete sich die Situation am Stettenschen Institut. Hier verschloss der Hausmeister, als der Demonstrationszug aus Schülern und Studenten anrollte, den Vordereingang und überwachte ihn, bis die Demonstranten weiterzogen. Trotzdem schlichen sich einige Mädchen durch einen Nebeneingang heraus und schlossen sich den Protesten an. "Es ging nicht darum, Schüler einzusperren, sondern es sollte verhindert werden, dass andere in die Schule kommen", sagte Herbert Schuhknecht, Stellvertretender Ministerialbeauftragter für die Gymnasien.

Besetzer wollen im Audimax übernachten

An der Universität haben Studenten spontan eine Aktion gestartet und den großen Hörsaal 1 (Audimax) ab 14 Uhr besetzt. Einige Studenten applaudierten, als ihre Kommilitonen durch das Megafon verkündeten: "Dieser Hörsaal ist besetzt." Rund 200 Besetzer halten bis in die späten Abendstunden durch. Einige von ihnen beschließen sogar, im Audimax zu übernachten.

Doch nicht alle Studenten unterstützen die Aktion: Viele waren gekommen, um die Vorlesung zu verfolgen. "Jetzt müssen wir den ganzen Stoff nachlernen", schimpfte ein BWL-Student.

Indes unterstützen die Grünen und der Stadtjugendring in Augsburg die Aktionen der Studenten. Sie kritisierten vor allem die Studiengebühren. »Seite 1 und Bayern

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