Sie waren gerade mal zwei Tage im Einsatz, da wurden sie - zumindest teilweise - schon wieder aus dem Verkehr gezogen: Weil es massive Probleme mit der Elektronik gibt, fahren die neuen Cityflex-Trambahnen seit Dienstag nur noch ab 19 Uhr. Von Nicole Prestle

Noch Anfang des Monats hatte sich Stadtwerke-Chef Norbert Walter zuversichtlich gegeben. Die Cityflex seien "hervorragende Fahrzeuge, die den Anforderungen standhalten werden". Dass die neuen Trams wegen Problemen mit der Elektronik statt Juli erst im September an den Start gingen, brachte ihn nicht von seiner Meinung ab. Nun aber ist es wieder die Elektronik, die den Stadtwerken zu schaffen macht - auch wenn es sich laut Dillmann um neue Mängel handelt.
Heikel sind vor allem die Türen: Wenn Fahrgäste länger als 50 Sekunden in der Lichtschranke stehen, blockieren die Flügel und lassen sich nicht mehr automatisch schließen. "Der Fahrer muss dann zur Tür gehen und einen Schalter drücken, um die Blockade aufzuheben", sagt Werkstattleiter Karl Nerb. Das kostet Zeit. Zweite Schwachstelle: Beim Einfahren in die Haltestelle drücken die Fahrer auf einen Knopf. Sobald der Wagen zum Stillstand kommt, öffnen die Türen. Die Cityflex nimmt den Öffnungsbefehl aber erst an, wenn sie angehalten hat. "Das führt zwar nur zu einer kurzen Verzögerung. Tatsache ist aber, dass die Fahrgäste nach dem Anhalten sofort aussteigen wollen." Weitaus gravierender ist laut Nerb ein drittes Problem: "Es kam ein paar Mal vor, dass die Cityflex sich nach einem Halt einfach ausgeschaltet hat. Der Fahrer muss dann den Sicherungskasten öffnen und die Sicherung wieder einlegen. Erst dann kann es weitergehen."
Am Dienstag kam es durch diese Mängel zu Verspätungen von bis zu einer Viertelstunde. "Für uns ist dies ein enormer Imageschaden", gibt Nerb zu. Man habe deshalb beschlossen, die Cityflex nur noch abends einzusetzen. "Ab 19 Uhr haben wir einen 15-Minuten-Takt und weniger Fahrgäste."
Bombardier, der Hersteller der Cityflex-Trambahnen, ist informiert. Dort wird nun an der Elektronik gebastelt. Eine neue Software ist notwendig. "Bis diese geprüft und aufgespielt ist, werden zwei, drei Wochen vergehen", schätzt Dillmann. Die Stadtwerke sind wegen der erneuten Probleme verärgert. "Wir haben die Trambahnen auf Herz und Nieren geprüft. Aber im regulären Stadtverkehr ist die Beanspruchung dann eben doch eine andere", sagt Nerb.
Übrigens: In anderen Städten wie Linz, Innsbruck oder Brüssel fahren ebenfalls Cityflex-Trambahnen. Ohne Probleme. Nerb: "Die haben aber auch andere Türen."
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