Wetter
Mo.
21°C
Wetter
Di.
20°C

22. Juli 2011 18:48 Uhr

Inklusion in Augsburg

Eltern lassen Behinderten-Projekt platzen

Grundschule St. Max wollte ihr Schulprofil auf Kinder mit Handicap ausrichten. Daraus wird nichts – erst einmal.

In vielen Augsburger Regelschulen werden Kinder mit Behinderung unterrichtet. 20 bis 30 haben einen Schulbetreuer. Er hilft zum Beispiel, wenn sie ein körperliches Handicap haben. 30 Klassen arbeiten mit Förderschulen zusammen und unterrichten Kinder mit erhöhtem sonderpädagogischen Förderbedarf, zum Beispiel lernbehinderte oder verhaltensauffällige Kinder, zählt die Schulrätin Gisela Klaus auf.

Zwei Einrichtungen sollten ab September das Schulprofil Inklusion bekommen (Erklärung siehe „Kurz informiert“). An der Grundschule St. Max in der Jakobervorstadt scheiterte das am Nein des Elternbeirats. Dessen Einwilligung ist Voraussetzung für eine Genehmigung durch das Kultusministerium.

ANZEIGE

Nun wird die Werner-von-Egk-Schule Augsburgs einzige inklusive Schule. Der Freistaat gewährt dafür einen zusätzlichen Sonderpädagogen. Andere Schulen, die behinderte Kinder unterrichten, bekommen nur ein paar zusätzliche Sonderpädagogen-Stunden.

Oliver Odendahl, Elternbeiratsvorsitzender von St. Max, erklärt, wie es zum Veto kam. Grundsätzlich findet er: „Der gemeinsame Unterricht von behinderten und nicht behinderten Kindern ist ein Gewinn für alle – aber nicht wenn das übers Knie gebrochen wird.“ Der Elternbeirat habe sehr spät von dem Plan erfahren. Da sei zu wenig Zeit geblieben, die Eltern vorzubereiten, „Befürchtungen und Unkenntnisse“ abzubauen. Außerdem habe St. Max erst vor zwei Jahren andere Neuerungen eingeführt: jahrgangskombinierte und Ganztagsklasssen. Das sei zu viel in kurzer Zeit.

Im September wird trotzdem ein behinderter Bub eingeschult

Schulleiterin Ingrid Gärtner will die Hoffnung für die inklusive Schule nicht aufgeben: „Wir werden das weiter im Auge behalten.“ So könne man den Antrag für das Schuljahr 2012/13 erneut stellen. Das unterstützt auch Odendahl. Schulamtsdirektor Gerhard Nickmann bestätigt: „Der Elterbeirat ist nicht anti-inklusiv.“ So werde ab September ein Junge mit körperlicher Behinderung die Schule besuchen, womit alle einverstanden seien.

Damit nichts verloren ist, befürwortete der Bildungsausschuss des Stadtrates den Antrag auf die inklusive Schule. Bildungsreferent Hermann Köhler glaubt: „Die Eltern werden anhand der anderen Schule sehen, wie es laufen kann.“ SPD-Stadträtin Ulrike Bahr, die selber Lehrerin ist, betont: „Man muss für die Inklusion mehr Werbung machen, und zwar bei Eltern, aber auch bei Lehrern.“ Das Schulamt will daher im kommenden Schuljahr eine Fortbildungsoffensive durchführen. Zum Thema siehe auch Wochenkommentar auf.

Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.

Artikel kommentieren

Die neuesten Kommentare

Schlagworte

Augsburg

Nachrichten in Ihrer Region
Augsburger Allgemeine Aichacher Nachrichten Augsburger Allgemeine Donau Zeitung Donauwörther Zeitung Friedberger Allgemeine Günzburger Zeitung Illertisser Zeitung Landsberger Tagblatt Mindelheimer Zeitung Mittewlschwäbische Nachrichten Neu-Ulmer Zeitung Neuburger Rundschau Rieser Nachrichten Schwabmünchner Allgemeine Wertinger Zeitung
Finden Sie Nachrichten aus Ihrem Ort
Anzeige

Neu in den Foren
Frage der Woche
Maxstraße: Soll es eine Sperrstunde geben?



Neu in den Leserblogs
Aktuell meist gesucht

Augsburg | Feuerwehr | Fasching | unfall | Oettingen | ramadan


Partnersuche