Kleiner geht's nimmer: Gerade zwei Atome treiben den Elektromotor an, den der Physiker Prof. Peter Hänggi mit seinen Mitarbeitern Sergey Denisov und Alexander Ponamarev von der Uni Augsburg konstruierte. Als Gehäuse brauchen die emsigen Winzlinge ein kreisrundes optisches Gitter aus Laserstrahlen. Darin fing Hänggi ein Starter- und ein Motor-Atom ein. Das eine kickt das andere durch elektromagnetische Wechselwirkung an - und schon läuft dieser Motor. Unaufhörlich, denn in der Quantenwelt fehlt jede Reibung.
Wozu diese Erfindung gut ist? Der Hänggi-Motor kann im innersten Innenleben der Materie Bewegungen auch gegen äußere Kräfte in Gang setzen. Etwa den Stoffwechsel einer Körperzelle derart steuern, dass bestimmte Wirkstoffe gezielt ankommen. In der Tumorbekämpfung könnte dies Belastungen für umliegendes Gewebe minimieren.
"Der Motor ist kleiner als alles, was wir bisher hatten", sagt Hänggi. Wir befinden uns im Bereich eines millionstel Millimeters. Auf den Erdumfang übertragen entspricht es vier Zentimetern von rund 40 000 Kilometern. "Unser Motor kann Dinge, die man niemals mit der Pinzette packen kann, an Stellen bringen, wo sie partout nicht hinwollen", verspricht der Erfinder. Man könne auch mehrere Motörchen in einer Reihe arbeiten lassen "wie im Ameisenhaufen", meint Hänggi.
Fast zwei Jahre hat seine Arbeitsgruppe getüftelt, bis alle Checks bestanden waren. Auch die Gutachter der Physical Review Letters mussten überzeugt werden. (loi) »Meinung
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