Ihre letzte "Rettungsaktion" haben die Mitarbeiter der Drogenhilfe Schwaben gerade hinter sich. In Absprache mit Ärzten, Apotheken und der Polizei hat die Einrichtung ihre Klienten vor bis zu 70 Prozent reinem Heroin gewarnt.
Normalerweise besitzt das weiße Pulver eine Konzentration von zehn Prozent. Eine Frage von Leben und Tod. Doch das hochgiftige, oft tödlich wirkende Rauschgift ist nur eine von vielen "Baustellen" der Einrichtung.
Eine im wahrsten Sinne des Wortes beschäftigt die Mitarbeiter seit Monaten. Denn die Drogenhilfe ist von der Johannes-Rösle-Straße am Anfang von Pfersee ins Domviertel gezogen. "Wir haben uns dort immer etwas auf dem Abstellgleis empfunden", so Leiterin Gerlinde Mair.
Das ist jetzt anders. Das Haus an der Jesuitengasse 9 wirkt hell und geradezu einladend. Ganz oben unterm Dach hat das Inca, die Jugendberatungsstelle, ihre Räume. Im ersten Stock ist "Anlauf". Dort können Süchtige Wäsche waschen, sich duschen oder auch miteinander kochen. Die Lebensmittel kommen von der Augsburger Tafel. Dort werden aber auch oft die ersten Gespräche mit den Drogenberatern geführt, die zu einer Therapie und manchmal auch zu einem endgültigen Ausstieg aus der Sucht führen.
Damit ist das Aufgabengebiet der Einrichtung noch lange nicht zu Ende. So gibt es die klassische Beratungsstelle, außerdem die Substitutionsbetreuung für Süchtige, die mit Methadon behandelt werden, kurz SaB genant, und FreD, eine Frühintervention für erstauffällige Drogenabhängige. "Wir versuchen natürlich, möglichst am Anfang an die gefährdeten Jugendlichen ranzukommen", so Uwe Schmidt, Teamleiter der Beratungsstelle.
Natürlich ist noch nicht alles an seinem Platz, Bilder warten auf die Aufhängung, Türen auf Schilder. Bis Donnerstag soll es fertig sein. Für diesen Tag hat die Drogenhilfe die Geldgeber von Bezirk und Stadt eingeladen, die zuständigen Referenten sowie Kollegen anderer Beratungsstellen, mit denen sie sich immer wieder austauschen.
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