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14. Juli 2009 21:05 Uhr

Klinikum-Ärger mit Krankentransporten

"Es gibt Qualität oder billig - beides geht nicht"

Der Sparkurs am Klinikum geht auf Kosten der Qualität. Diese Kritik äußert die Personalratsvorsitzende des Klinikums, Hildegard Schwering, nachdem bei einer Kontrolle am Freitag drei Krankenwagen von privaten Anbietern kurzzeitig aus dem Verkehr gezogen wurden. Von Jörg Heinzle

Krankenwagen: Fahrer ohne Lizenz am Steuer
Foto: ALFA

Der Sparkurs am Klinikum geht auf Kosten der Qualität. Diese Kritik äußert die Personalratsvorsitzende des Klinikums, Hildegard Schwering, nachdem bei einer Kontrolle am Freitag drei Krankenwagen von privaten Anbietern kurzzeitig aus dem Verkehr gezogen wurden. Wir haben die Fragen und Antworten zu dem Thema zusammengefasst.

Was wird den privaten Krankentransport-Firmen vorgeworfen?

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Die Kontrollaktion am Freitag ergab, dass zwei Firmen teils massiv gegen Vorschriften verstoßen haben. Drei Fahrer waren ohne Personenbeförderungsschein unterwegs, den sie laut Gesetz benötigen. Zudem gab es an mindestens einem Fahrzeug technische und hygienische Mängel. Zum Beispiel war offenbar eine Sauerstoffflasche nicht richtig gefüllt - im Notfall fatal. Eines der Fahrzeuge sei eine "Rostlaube", sagt ein Insider. Es ist auch davon die Rede, dass Patienten mit ansteckenden Krankheiten nicht alleine, sondern zusammen mit anderen Patienten transportiert worden sein sollen. Bestätigt wurde das von den Behörden bislang aber nicht.

Um welche Firmen geht es?

Durch Mängel aufgefallen sind nach AZ-Informationen die Firma K+K Ambulance aus Königsbrunn und ACO in Untermeitingen. Das Unternehmen hat nichts mit dem "Augusta Club Ordnungsdienst" zu tun, einem privaten Verein mit Sitz in Neusäß, der ebenfalls mit ACO abgekürzt wird. Beide Firmen wollten sich nicht zu den Vorwürfen äußern.

Wie geht es jetzt weiter?

Die Firma K+K Ambulance hat seit dem Jahr 2006 im Auftrag des Klinikums sämtliche Krankentransporte koordiniert. Wenn viel los war, gab K+K Aufträge an andere Anbieter weiter, unter anderem an ACO, aber auch ans Rote Kreuz oder die Johanniter. Fahren darf K+K seit Montag wieder, die Transporte werden nun aber von der Integrierten Leitstelle der Feuerwehr koordiniert.

Warum beendet das Klinikum nicht sofort die Zusammenarbeit?

Dazu sieht Klinik-Vorstand Anselm Berger keinen Anlass. Bisher sei man mit K+K zufrieden gewesen. "Wir schauen jetzt sehr genau hin und wollen in der nächsten Zeit die Zuverlässigkeit des Unternehmens prüfen", sagt er. Dass manche Abteilungen des Klinikums schon länger in einzelnen Fällen die Firma K+K umgangen und stattdessen das Rote Kreuz beauftragt haben sollen, will Berger nicht bestätigen. "Dazu müsste man jeden Einzelfall prüfen." Die Kontrolle der Transportunternehmen sei im Übrigen Sache der Behörden und nicht der Klinik.

Was sagt der Personalrat am Klinikum zu der Angelegenheit?

"Es ist das alte Thema", sagt Hildegard Schwering, die Personalratsvorsitzende am Klinikum. "Es geht darum, zu sparen." K+K Ambulance hatte 2006 den Auftrag bekommen, weil es der günstigste Anbieter war. Für Hildegard Schwering steht fest: "Es gibt entweder Qualität oder billig, beides zusammen geht nicht." Es ist auch von Lohndumping die Rede. Ein Sanitäter bei K+K soll zwischen 900 und 1000 Euro netto monatlich verdient haben - bei einer 50-Stunden-Woche.

Was sagt die Politik dazu?

Die Politiker halten sich bisher bedeckt. Augsburgs Landrat Martin Sailer (CSU), Chef des Klinik-Verwaltungsrats, ließ ausrichten, man werde sich nicht in die Arbeit des Vorstands einmischen. Gut möglich aber, dass der Verwaltungsrat in seiner nächsten Sitzung einen ausführlichen Bericht zu der Sache fordert.

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