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14. Juli 2009 21:05 Uhr

Evelyn und Andreas haben die besten Argumente

Seinen beiden älteren Brüdern verdankt Andreas Gerckens zumindest indirekt seine rhetorischen Fähigkeiten: "Bei uns zu Hause wird immer viel diskutiert, da habe ich gelernt, mich durchzusetzen." Der 15-jährige Gymnasiast ist der Gewinner der Augsburger Stadtmeisterschaft "Jugend debattiert" 2009 in der Sekundarstufe I (Klassen 8-10). Gegen vier Mitstreiter hat er sich im Augsburger Rathaus in einer Debatte um Schulstreiks durchgesetzt. Ein Juroren-Team aus zwei Stadträtinnen, einer Lehrerin und vier Schülern hat die Leistungen bewertet. Von Lena Bauer

Heuer fand zum ersten Mal und parallel zum Bundeswettbwerb "Jugend debattiert" eine Augsburger Stadtmeisterschaft statt. Hier gibt es keine nächste Runde mehr. Nächstes Jahr soll die Stadtmeisterschaft aber in den Bundeswettbewerb mit eingebunden werden, heißt es.

Andreas Gerckens hatte sich zuvor bereits bis ins Bayern-Finale vordebattiert. Diese Erfahrungen haben dazu geführt, dass er mittlerweile kaum noch nervös ist. Zehn Tage vor der Debatte erfahren die Teilnehmer das Thema. Die Position, die sie letztendlich vertreten, wird ihnen erst kurz vor Beginn zugelost. "Jeder muss sich auf jede Position vorbereiten", erklärt Andreas.

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Eine gute Vorbereitung ist entscheidend, weiß der Neuntklässler. Dafür hatte er sogar an Politiker geschrieben und mit Experten gesprochen. "Es ist wichtig, das Thema sehr gut zu kennen, Zahlen parat zu haben und ein sicheres Grundgerüst für die Argumente zu haben", erklärt der Schüler vom Gymnasium bei St. Anna. "Außerdem muss man seine Position so rüberbringen, als würde man wirklich voll dahinter stehen und dabei möglichst authentisch wirken", erklärt er sein Erfolgsrezept. Im Feedback der Juroren wurde er auch dafür gelobt, dass er frei redet, sehr selbstbewusst ist und sich gut einmischen kann.

Auch wenn er immer wieder darauf angesprochen wird, in die Politik will Andreas Gerckens trotz seines rhetorischen Talents nicht gehen: "Ich denke, ich werde eher in die Wirtschaft gehen."

Evelyn Fischer (21) ist Stadtsiegerin in der Sekundarstufe II (Klassen 11-13) und könnte sich durchaus eine Karriere in der Politik vorstellen. Bis zum Bundesfinale war die FOS-Absolventin gekommen und durfte deshalb sogar in Berlin diskutieren (AZ berichtete). "Das war eine großartige Erfahrung, die Themen waren dort viel interessanter und es war ein anderes Niveau." Durch eine intensive Vorbereitung auf die Themen hat sie auch ihr Allgemeinwissen vergrößert und gelernt, sich eine eigene Meinung zu bilden. Bei Jugend debattiert wird sie nicht mehr teilnehmen können, doch sie ist sicher, dass sie die erworbenen Fähigkeiten im Leben noch oft brauchen kann.

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