Samstag, 1. November 2014

25. Januar 2012 14:22 Uhr

Werbeeffekt

FCA gut für Augsburgs Image

Vom Aufstieg des FCA in die 1. Bundesliga profitieren Stadt und Region enorm. Die Bekanntheit steigt. Die Stadt musste aber auch in den Verein und die Infrastruktur investieren.

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Auf das Image der Stadt Augsburg wirkt sich der FCA überregional gut aus. Seit er in der ersten Liga spielt, ist die Stadt auch in anderen Kommunen bekannt.
Foto: Alexander Kaya

Die Puppenkiste. Die Fuggerei. Tourismus-Direktor Götz Beck weiß, wofür sich Besucher der Stadt begeistern. Seit Mai vergangenen Jahres gibt es eine weitere Attraktion: den FC Augsburg. Der Aufstieg in die erste Liga hat das Interesse an der Stadt schlagartig erhöht. Konkrete Zahlen und eine Statistik kann Beck noch nicht liefern. Aber schon jetzt deutet sich an, dass der FCA seiner Stadt einen gehörigen Schub verleihen wird.

Nach dem Aufstieg in die Eliteliga hatten Augsburger Politiker, Handel und Gastronomie von einem Schub für Stadt und Region gesprochen. Zu Recht, wie sich jetzt abzeichnet. Die Regio Augsburg Tourismus GmbH bestätigt, dass es an Heimspieltagen des FCA eine verstärkte Nachfrage nach Übernachtungsmöglichkeiten gibt. Beck schätzt, dass es etwa fünf Prozent mehr Gäste sind. Der Tourismusverband wirbt mit dem FCA und beteiligt sich am Fanprojekt „Augsburg Calling“. Unter anderem werden Stadionführungen und die Räumlichkeiten der SGL-Arena für Tagungen angeboten. Noch, räumt Beck ein, beschränke sich das Interesse auf das direkte Umland.

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Der Umsatz durch Touristen beläuft sich in Augsburg und der Region pro Jahr auf rund 820 Millionen Euro. Rund vier Millionen steuern Besucher eines FCA-Spiels bei, schätzt Thomas Schörg, der IHK-Regionalgeschäftsführer für den Wirtschaftsraum Augsburg, anhand von Erhebungen. Ausgegeben wird das Geld in Restaurants, Hotels und dem Einzelhandel. „Interessant sind vor allem Familien, die den Besuch eines FCA-Spiels mit Einkaufen verbinden“, erklärt Schörg.

Auch im Eishockey und Kanusport gut aufgestellt

Tourismuschef Beck betont, dass Augsburg sportlich allgemein gut aufgestellt sei: mit den Panthern in der ersten Eishockeyliga und der deutschen Kanu-Elite am Eiskanal. Beck weiß aber auch, welche besondere Rolle der Fußball spielt. Die Hälfte aller Deutschen interessiert sich dafür, erklärt Joachim Bacher, Leiter Sport und Sponsoring beim Meinungs- und Marktforschungsinstitut Infratest. Das zahlt sich nicht nur finanziell aus. Hinzu komme der emotionale Faktor. „Augsburg zählt jetzt zum exklusiven Kreis der 18 Bundesligavereine“, sagt Bacher.

Erfahrungswerte und Zahlen anderer Städte unterstreichen die Bedeutung eines Fußball-Erstligisten. In Mainz sind die Kicker inzwischen so bekannt wie das ZDF und die Fastnacht. Freiburg und Kaiserslautern würde kaum jemand kennen, gäbe es nicht Sportclub und „Rote Teufel“.

Eine gewichtige Rolle spielt dabei das Fernsehen. Nachrichten, Sportschau, Sportstudio, Doppelpass – in jeder dieser Fußball-Sendungen findet nun auch der FC Augsburg seinen Platz. Diese Werbung sei unbezahlbar, erklärt Tourismusdirektor Beck. „Das könnte sich eine Stadt niemals leisten.“ Auch ohne FCA profitiert die Stadt von Stadion und medialem Interesse: wie beim Supercup zwischen dem FC Bayern und Schalke (2010) oder der Weltmeisterschaft der Frauen (2011), die hier ausgetragen wurden.

Umsonst ist der Imagegewinn durch FCA und Arena aber nicht. Für die Infrastruktur rund um die SGL-Arena bezahlte das Tiefbauamt der Stadt bisher rund 6,2 Millionen Euro. Hinzu kommt die Beteiligung an der FC Augsburg Arena Besitz- und Betriebs GmbH in Höhe von rund 2,6 Millionen Euro. Allerdings hat die Stadt Augsburg ein Nutzungsrecht für die Arena.

Bei der Errichtung einer Außenfassade des Stadions kam die Stadt dem FCA entgegen. Sie erkannte die wirtschaftlichen Zwänge des Bundesligisten an, der sich mit 10000 Euro aus der vertraglichen Verpflichtung herauskaufte, seine Arena stilvoll zu verpacken. Allerdings wären der Stadt durch die Fassade wiederum Kosten entstanden: wegen ihrer Beteiligung an der Arena GmbH.

Bei der Arena (Kosten rund 45 Millionen Euro) bürgt die Stadt mit zwölf Millionen Euro für einen Kredit des FCA in Höhe von 15 Millionen. Zudem zahlt der FCA für die Grundstücke, auf denen die Arena und die neuen Trainingsplätze stehen, Erbbau- und Pachtzinsen.

Das Wirtschaftsreferat der Stadt Augsburg betont, dass es sich dabei um „keine Überlassung unter Wert“ handelt. Wenn der FCA im Rosenaustadion trainiert, muss er als gewerblicher Nutzer entsprechend mehr zahlen als ein gemeinnütziger Verein. Die Rasenheizung, die gerade dieser Tage im Betrieb ist, hat der Bundesligist selbst bezahlt.

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