Mittwoch, 22. Mai 2013

24. Juli 2012 05:32 Uhr

Polizei

Falscher Tigeralarm: Anrufer vor Gericht

Sie meldeten einen Tiger im Stadtwald und lösten einen Großalarm aus. Doch es gab keinen Tiger und vier Burschen müssen vor Gericht.

Wenn die Notrufnummer für falsche Alarmmeldungen genutzt wird, versucht die Polizei den Anrufer zu ermitteln – oft mit Erfolg.
Foto: Silvio Wyszengrad

Es waren vier Anrufe, die kurz hintereinander scheinbar unabhängig voneinander eingingen und deshalb besonders ernst genommen wurden: Als sich im vergangenen Herbst laut Ermittlungen vier Burschen, 15 bis 19 Jahre alt, einen schlechten Scherz erlaubten und einen angeblichen Tiger im Siebentischpark meldeten, löste die Polizei einen Großeinsatz aus. Am kommenden Donnerstag müssen sich die jungen Männer vor dem Amtsgericht verantworten.

Es ist ein besonders spektakulärer Fall, doch „Spaßanrufe“ bei der Polizei und der Feuerwehr sind an der Tagesordnung. Und seit jedermann ein Handy hat, ist ihre Zahl noch deutlich gestiegen. „Einsatzkräfte, die wir dann vorsichtshalber losschicken müssen, sind mit einem Einsatz beschäftigt, der gar keiner ist. Und Anrufer mit einem echten Anliegen kommen nicht durch“, sagt Feuerwehrsprecher Friedhelm Bechtel. Dass Bürger Polizei oder Feuerwehr gezielt in die Irre führen, kommt dabei noch relativ selten vor.

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Bei der Feuerwehr waren es im vergangenen Jahr zehn Anrufer, die bewusst einen Notfall meldeten, obwohl es gar keinen gab. Die Polizei erstattete seit Anfang 2011 bis Mitte 2012 insgesamt 37 Anzeigen wegen des „Missbrauchs von Notrufen“, wie der Straftatbestand heißt. „Die Chancen, jemanden zu ermitteln, sind gar nicht schlecht“, sagt Polizeisprecher Hieronymus Schneider. Denn eingehende Anrufe werden – samt Telefonnummer – aufgezeichnet.

Doch diese Zahlen sind nur die Spitze des Eisbergs: Am häufigsten sind nämlich die Anrufe, bei denen geschwiegen oder gleich wieder aufgelegt wird. Für diese seltsame Art des Nervenkitzels scheinen vor allem Jugendliche oder Betrunkene empfänglich zu sein. Bei der Polizei zählt man diese Anrufe gar nicht mehr. „Sonst würden wir nicht fertig werden“, sagt Schneider.

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