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24. Februar 2010 07:25 Uhr

Finanziell ausgetrocknet

Die Verkaufspläne für das Alte Stadtbad schlagen weiter hohe Wellen. Ungeachtet des am Wochenende angelaufenen Bürgerbegehrens, das den Verbleib der Jugendstil-Immobilie in städtischem Besitz zum Ziel hat, halten CSU und Pro Augsburg an der Möglichkeit eines Verkaufs fest. Einen entsprechenden Beschluss fasste gestern der Sportausschuss mit den Stimmen der Vertreter beider Gruppierungen. Die Stadträte von SPD, Grünen und Freie Wähler hatten einen Stopp der Verkaufsvorbereitungen gefordert.

Finanziell ausgetrocknet
Foto: ALFA

Mit ihrem Kurs wird die von CSU und Pro Augsburg getragene Stadtregierung baden gehen, prophezeit Rainer Schönberg (FW): "Sie hat die Reaktion der Bürger deutlich unterschätzt." "Wir werden gewinnen," hielt Peter Uhl (CSU) dagegen. Er forderte von den Gegnern eines Verkaufs Finanzierungsvorschläge. Sollte das Stadtbad an einen Investor gehen, sichere das den Erhalt der anderen neun städtischen Hallen- und Freibäder.

In diesem Punkt allerdings widersprach Sportreferent Peter Grab (Pro Augsburg): "Ein eventueller Verkauf des Stadtbads ist nicht die Lösung des Bäder-Problems." Augsburgs städtische Bäder kosten laut Grab überproportional viel Geld, unter anderem, weil sie zu viel Energie verbrauchen. Allein in diesem Punkt bezifferte Grab den Nachholbedarf auf 13 Millionen Euro.

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In diesem Jahr allerdings setzt die Stadt ihre Bäder aufs Trockene. Im Etat wurde der Posten für den Bauunterhalt von 700 000 auf 35 000 Euro gekürzt. Nur, wenn ein Bad wegen Baumängeln aus Sicherheitsgründen geschlossen werden müsste, soll noch nachgebessert werden. Einen Ausweg soll ein "Masterplan" für die Bäder weisen, an dem die Verwaltung jetzt arbeitet und in dem als eine Möglichkeit der Verkauf des Stadtbads oder eines anderen Bades vorgesehen ist.

Der Sparkurs der Stadt wird die Lage weiter verschärfen. Darauf wies Willi Leichtle (SPD) hin: "Da sind Substanzverluste programmiert." Beim Stadtbad sind sie schon eingetreten. Zwar wurde die Finnische Sauna jetzt hergerichtet. Doch die dafür fälligen 50 000 Euro waren nur ein Pappenstiel im Vergleich zu der knappen halben Million, die für die Renovierung des irisch-römischen Dampfbades nötig wären. Die Dämpfe aus über 100 Jahren Betrieb haben ihm so zugesetzt, dass das gesamte Flachdach über dem Dampfbad abgerissen und neu gemacht werden müsste.

Diese und andere Investitionen würde die Stadtregierung gerne auf einen Investor abwälzen, der das Bad betreiben soll. Die Gegner der Privatisierung aber fürchten den Preis, der dafür zu zahlen wäre. Leichtle: "Wir brauchen keinen neuen Badetempel, sondern eine sozialverträgliche Einrichtung für Kinder und Senioren. Das kann nur die Stadt als Eigentümer gewährleisten." Die Befürworter des Verkaufs verweisen dagegen darauf, dass das Stadtbad das am schwächsten besuchte städtische Hallenbad ist.

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