Der erste Winter mit Eis und Schnee - für die jungen Nashörner aus Südafrika im Augsburger Zoo ist das eine ganz neue Erfahrung. Da besteht für die Afrikaner Frostbeulen-Gefahr. Von Eva Maria Knab

Der erste Winter mit Eis und Schnee - für die jungen Nashörner aus Südafrika im Zoo ist das eine ganz neue Erfahrung. Als die beiden Rhinos Ende August in Augsburg eintrafen, herrschte eine Hitze fast wie in ihrer Heimat. Jetzt, nur vier Monate später, müssen sie mit Minusgraden zurechtkommen. Da besteht für die Afrikaner Frostbeulen-Gefahr.
"Nashörner bekommen schnell Frostbeulen am ganzen Körper", sagt Tierpfleger Roman Huppenberger. "Obwohl sie Dickhäuter sind, sind sie eher empfindlich." Diese Erfahrung haben die Pfleger schon mit den früheren Augsburger Rhinos gemacht, die inzwischen an Altersschwäche gestorben sind. Bei kalten Außentemperaturen dürfen die afrikanischen Breitmaulnashörner und ihre beiden Artgenossen aus Österreich deshalb höchstens eine halbe Stunde am Stück ins Freigehege. Zur Sicherheit.
Drinnen im Nashornhaus haben die beiden Afrikaner jetzt im Winter einen Lieblingsplatz: Chris und Kibibi liegen dicht nebeneinander auf einem Viereck am Fußboden. Dort haben sie eine extra Bodenheizung. Auch sonst sorgt ausgeklügelte Technik für ein gutes Klima im Stall. Die Heizung regelt automatisch Temperaturen zwischen 12 und 15 Grad, bei denen sich die Tiere wohlfühlen. Eine moderne Lüftung ist ebenfalls installiert. Zur Erinnerung: Der Zoo hat sich das neue Nashornhaus 1,2 Millionen Euro kosten lassen. Es erfüllt alle Anforderungen an eine artgerechte Tierhaltung.
Eingewöhnungsphase war "eine schwierige Zeit"
Die Pfleger sind sehr froh darüber, dass die Nashörner einen modernen Stall haben. Denn gerade für die Afrika-Rhinos war die Umstellung schon etwas heftig. Zuerst der Transport von Kontinent zu Kontinent. Dann die vorgeschriebenen 60 Tage Quarantäne in Augsburg. Die Tiere mussten streng abgeschirmt werden und durften nicht ins Freie. "Die Quarantäne war eine sehr schwierige Zeit", sagt Huppenberger. Aber nun sei alles gut überstanden. "Seit Mitte Dezember sind alle Tests abgeschlossen", berichtet Zoodirektorin Barbara Jantschke. "Die Rhinos sind gesund und fit."
Überrascht ist man im Zoo, wie gut sich die afrikanischen Nashörner schon in ihrer neuen Heimat eingewöhnt haben. "Es ging erfreulich schnell", sagt Jantschke. Die Rhinos sind nach vier Monaten recht zutraulich. Chris lässt sich von den Pflegern die Fußsohlen kraulen. Auch eine Massage mit der Wurzelbürste lieben die beiden jungen Weibchen sehr. Im nächsten Schritt sollen sie darauf trainiert werden, sich mit Öl einreiben zu lassen. "Das ist im Winter gut gegen raue Haut", sagt Huppenberger.
Auch einen Lieblingssport haben die beiden Rhino-Damen schon. Sie spielen gerne Ball und verblüffen damit viele Zoobesucher. Mit dem Maul kicken Chris und Kibibi Hartgummibälle im XXL-Format durchs Außengehege. Die Spezialbälle sind rund 50 Kilo schwer. "Normalerweise werden sie zur Reinigung von Pipelines verwendet", erzählt Huppenberger.
Bulle Daniel interessiert, Dame Baby zickt noch
Der letzte große Schritt der Eingewöhnung steht im kommenden Frühjahr bevor. Dann wird man die beiden jungen Afrikaner mit dem älteren Nashornpaar aus Österreich zusammenbringen. Schließlich sollen alle vier gemeinsam auf dem großen Afrika-Panorama grasen und für Nachwuchs sorgen. Der Bulle Daniel sei schon interessiert an den jungen Damen, sagen die Pfleger. Aber seine bisherige Partnerin Baby zickt noch. »Einblick
Öffnungszeiten im Zoo sind im Januar und Februar von 9 bis 16.30 Uhr. Der Eintritt kostet für Erwachsene im Winter 6 Euro, für Kinder (3 bis 15 Jahre) 3 Euro.
Bei uns im Internet
Ein Special über den Augsburger Zoo unter augsburger-allgemeine.de
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