Montag, 24. November 2014

09. Juli 2010 04:37 Uhr

Fünf Juroren, sechs Kandidaten

Augsburg Es ist heiß an diesem Mittwochnachmittag, doch die sechs Studenten, die gleich für den Johann-Andreas-Stein-Preis vorspielen werden, wirken cool und gefasst. Völlig unaufgeregt - dabei gibt es immerhin 1000 Euro zu gewinnen - sitzen sie vor dem Konzertsaal im Leopold Mozart Zentrum der Universität Augsburg und scherzen. Auf die Frage, was sie mit dem Geld machen würden, kichern die Studenten erst mal. Als dann jemand "shoppen!" in die Runde ruft, lachen sie lauthals. Von Nadja Aswad

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Während die erste Kandidatin, Oboistin Aliya Battalova, zum Vorspielen antritt, ziehen sich ihre Kommilitonen zum Üben zurück. Jeder von ihnen hat im Wettbewerb 30 Minuten Zeit, die Jury zu überzeugen. Ein barockes Solowerk, ein Solokonzert mit Kadenz und ein Werk des 20. Jahrhunderts, das nach 1970 komponiert wurde, galt es vorzubereiten. Neben der Oboistin sind fünf weitere Studenten angetreten - allesamt Cellisten der Klasse von Prof. Julius Berger.

Der wundert sich nicht über den Eifer seiner Schüler, sondern ist "erstaunt, dass nicht mehr Studenten diese Möglichkeit wahrnehmen". Allerdings, so merkt er an, "stecken die meisten gerade mitten in der Examensphase."

Während sie der Musik lauschen, lehnen sich die Jurymitglieder zurück. Mal folgen sie dem Spiel der Studenten mit geschlossenen Augen, mal notieren sie etwas auf den vor ihnen liegenden Bewertungsbögen. Auffallend ist: Die Musiker lassen sich weder von Babygeschrei im Treppenhaus noch von dem Verkehrslärm, der von der Maximilianstraße in den Saal dringt, stören. Sie sind so versunken in ihr Spiel, dass sie nichts anderes mehr wahrzunehmen scheinen. Die Oboistin geht auf die Zehenspitzen, je engagierter sie bläst, und die Cellisten schnaufen beim Bearbeiten ihrer Instrumente. An den Gesichtern der Studenten kann man ablesen, wie nah ihnen das Gespielte geht. Mal blicken sie heiter, mal traurig, mal schütteln sie ihr Haar und greifen wild in die Saiten.

Als alle vorgespielt haben, zieht sich die Jury zurück. Eigentlich wollten sich Generalmusikdirektor Dirk Kaftan, Prof. Joseph Blank, Manfred Engelhardt, Hartmut Tröndle und Juryvorsitzender Prof. Bernhard Tluck nur 30 Minuten beratschlagen - doch ihr Urteil steht erst nach 70 Minuten fest. Jacob Shaw (22), der bereits Preise in Paris und Kopenhagen bekommen hat, gewinnt den ersten Johann-Andreas-Stein-Preis. Petra Kusan (22), die ihr Masterstudium in Augsburg beendet hat und nun bei den Zagreber Solisten sowie beim dortigen Radio Symphonie Orchester arbeiten wird, bekommt einen - von der Kuratoriums-Vorsitzenden Agnes Maria Schilling spontan gestifteten - Sonderpreis, der mit 500 Euro dotiert ist.

Petra Kusan freut sich besonders über ihren Sieg und verrät, was sie mit dem Geld machen wird: "Einen Teil investiere ich in andere Wettbewerbe, aber ich werde sicherlich auch ein wenig shoppen gehen." Etwas sehnen die Studenten nach dem anstrengenden Nachmittag besonders herbei: "Wir freuen uns auf ein kühles Bier und auf das Fußballspiel!"

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