Samstag, 24. Juni 2017

22. April 2014 14:00 Uhr

Augsburg

Fünffingerlesturm: Kommt bald das Aus für die Außentreppe?

Nun könnte Bewegung in den Streit um den Fünffingerlesturm kommen. Die neue Stadtregierung lehnt einen Umbau ab. Jetzt ist die Alt-Augsburg-Gesellschaft am Zug.

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Die Außentreppe am Fünffingerlesturm könnte schon bald wegkommen.
Foto: Silivo Wyszengrad

Es ist ein Bauwerk, das über Jahre hinweg die Augsburger bewegt hat. In den zurückliegenden Monaten ist es aber ruhig geworden um den Fünffingerlesturm. Ein Bau, der über Jahrzehnte im Dornröschenschlaf gelegen hat. Wachgeküsst werden sollte er von der Alt-Augsburg-Gesellschaft. Sie hatte es sich zum Ziel gesetzt, den Turm mehr zu beleben.

Eine Außentreppe wurde errichtet. Der Zugang in den Turm blieb dem engagierten Verein jedoch verwehrt. Es gruppierte sich eine Bürgerinitiative, die ein Bürgerbegehren gegen die Außentreppe auf den Weg brachte. Zum Bürgerentscheid kam es zwar nie, doch die Politik tat sich unabhängig davon schwer, eine Lösung unter den Kontrahenten zu finden.

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Stadtregierung will keine Vorgaben machen

Die Außentreppe steht, lange ist nichts passiert. Jetzt kommt Bewegung in die Angelegenheit. Es gibt zumindest eine klare Aussage der künftigen Stadtregierung. Das Dreierbündnis von CSU, SPD und Grüne hat sich positioniert. Im Koalitionsvertrag von CSU und SPD steht schwarz auf weiß: „Ein weiterer Vollzug der Baumaßnahme wird nicht angestrebt.“ Weitere Voraussetzungen würden hierfür nicht geschaffen.

Zur Außentreppe will die Stadtregierung keine Vorgabe machen. Ein „etwaiger Rückbau“, wie es heißt, hängt davon ab, ob mit der Alt-Augsburg-Gesellschaft ein Einvernehmen erzielt werde. Die Stadtregierung will hier Lösungen suchen, wie dies unter einer wirtschaftlich vertretbaren Gestaltung aussehen könnte.

Hintergrund: Die Alt-Augsburg-Gesellschaft wollte mit der Treppe den Fünffingerlesturm am Stadtgraben für die Öffentlichkeit zugänglich machen. Sie bekam dafür von der Stadtsparkasse Augsburg 120000 Euro geschenkt.

Stahltreppe steht seit 2007

Seit 2007 steht die Stahltreppe, die in ihrer Gestaltung an die Höhe der ehemaligen Stadtmauer angelehnt ist. Seitdem gibt es Streit wegen der Treppe. Eigentlich ist es vielmehr der halb fertige Treppentorso. Der „Augsburger Treppenwitz“ schaffte es in überregionale Medien. Die Alt-Augsburg-Gesellschaft hatte zuletzt das Thema ausgeklammert. Der Verein rückte seine Aktivitäten in eine andere Richtung. Aktuell nimmt sich der Verein der Hausmadonnen und Hausheiligen in Augsburg an.

Der Turm steht vermutlich seit 1454 am Stadtgraben zwischen Ja-kobertor und Kahnfahrt und war Teil der Stadtbefestigung. Seinen Namen hat der Fünffingerles- oder Fünfgratturm von den fünf Dachspitzen. Seit dem Abbruch der Stadtmauer Mitte des 19. Jahrhunderts steht der Turm alleine als verschlafenes Kleinod am Stadtgraben.

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Augsburg | CSU | SPD

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