Nach Monaten des eisigen Schweigens haben sich die Konfliktparteien im Streit um die moderne Treppe des Augsburger Fünffingerlesturms an einen Tisch gesetzt. OB Kurt Gribl machte sich dabei für einen Abriss der umstrittenen Treppe stark. Von Lea Thies Von Lea Thies

Von Lea Thies
Augsburg. Oberbürgermeister Kurt Gribl hat sich für einen Abriss der umstrittenen Treppe am Fünffingerlesturm eingesetzt. Der Grund: Die Stadt will in dem Streit langwierige wie teure Gerichtsverfahren vermeiden.
Am Montagmitttag saßen erstmals seit langem wieder alle Konfliktparteien an einem Tisch. In einem moderierenden Gespräch mit der Alt-Augsburg-Gesellschaft und der Bürgerinitiative schlug der OB vor: Die Treppe wird zurückgebaut, die Stadt greift dabei der Alt-Augsburg-Gesellschaft unter die Arme, die Bürgerinitiative löst sich auf und es herrscht wieder Frieden am Stadtgraben.
Stimmt die Alt-Augsburg-Gesellschaft diesem Vorschlag zu, kann dies das Ende des Streits über die moderne Treppe am Fünffingerlesturms sein. Wie mehrfach berichtet, war vor einem Jahr die Empörung einiger Anwohner groß, als sie die Treppenpläne der Alt-Augsburg-Gesellschaft sahen. Eine Bürgerinitiative gründete sich, die 11.000 Unterschriften sammelte.
"Nun ist der Ball bei der Alt-Ausgeburg-Gesellschaft", sagte Elisabeth Rosenkranz, Pressesprecherin der Stadt, auf Anfrage. In dem Gespräch sei es darum gegangen, eine Lösung zu finden, mit der alle Konfliktparteien leben können. Die Alt-Augsburg-Gesellschaft hat sich Bedenkzeit erbeten.
Der Verein hatte am Montag dafür plädiert, dass der Baustopp aufgehoben, die Treppe fertiggestellt und der Vorplatz des Turmes auf Kosten der Alt-Augsburg-Gesellschaft ausgebaut wird. Doch die Bürgerinitiative sei auf diesen Vorschlag nicht eingegangen. "Ich hätte gedacht, dass von der anderen Seite auch ein Vorschlag kommt", sagt Anne Voit, Vorsitzende der Alt-Augsburg-Gesellschaft enttäuscht.
"Der Abriss der Treppe bedeutet, dass der Turm nicht erschließbar ist", sagt Voit. Sie werde noch diese Woche mit dem Vereinsvorstand über den OB-Vorschlag sprechen. Möglicherweise gibt es noch in diesem Jahr eine Entscheidung, wie es am Fünffingerlesturm weiter geht. Von der Bürgerinitiative gegen die Treppe war am Montag niemand zu erreichen.
Unterdessen wartet auch der Bayerische Verwaltungsgerichtshof in München auf das Ergebnis des Gesprächs. Dort müssen die Richter entscheiden, ob der von der Stadt verhängte Baustopp der Treppe rechtsmäßig ist. Sollten sich die Streitparteien jedoch einigen, ist die Sache "Fünffingerlesturm" endgültig vom Richtertisch.
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