Kriegshaber "Wenn Geld da wäre, würden wir sofort beginnen." Baureferent Gerd Merkle weiß, dass die Sanierung der Synagoge in der Ulmer Straße dringend angepackt werden muss. Das unscheinbare, weiß gestrichene Haus zerfällt zusehends. Da seit kurzem auch die ehemalige Rabbinerwohnung im Erdgeschoss leersteht, befürchtet Merkle in dem städtischen Gebäude obendrein Vandalismus. Von Andrea Baumann
Nach den Vorstellungen der Stiftung Jüdisches Kulturmuseum soll die Kriegshaber Synagoge als Dependance ihres Innenstadt-Gotteshauses dienen. Denkbar sind Ausstellungen, etwa die Darstellung ländlichen Judentums, sowie pädagogische Angebote. In der Wohnung finden Schulungsraum, Bibliothek und Teeküche Platz. Der Saal im ersten Stock kann für Veranstaltungen genutzt werden.
Die Entwurfsplanung für die 1850 erbaute Synagoge steht. Demnach müssen rund 1,5 Millionen Euro für die Sanierung in die Hand genommen werden. Im aktuellen Haushaltsjahr seien dafür keine Gelder vorgesehen, sagt Merkle. Er strebt nun an, im Nachtragshaushalt zumindest eine Verpflichtungsermächtigung für 2010 zu verankern. "Dies bedeutet, das noch heuer die Arbeiten ausgeschrieben und im nächsten Jahr zügig begonnen werden können." 2010, das ein "sehr schwieriges Haushaltsjahr werden wird", möchte der Referent eine halbe Million Euro unterbringen, 2011 dann den Rest.
Vorhaben ist Teil des Stadtumbaus West
Gerd Merkle geht davon aus, dass die Stadt die Instandsetzung nicht alleine schultern muss. Mit Zuschüssen - etwa vonseiten der Städtebauförderung oder der Denkmalpflege - sei zu rechnen. Ob Sponsoring-Aktionen das Vorhaben zusätzlich unterstützen, ist derzeit nicht bekannt.
Eines ist nach Angaben des Stadtbaurats jedoch sicher: "Die Synagoge in der Ulmer Straße ist Teil der Planungen des Stadtumbaus West." Wie berichtet, soll Kriegshaber von dem Bund-Länder-Städtebauförderungsprogramm profitieren. Ziel ist es, städtebauliche Probleme zu bewältigen und Impulse für neue Entwicklungen zu setzen. Schließlich hat kein anderer Stadtteil in den vergangenen Jahren sein Gesicht so verändert wie Kriegshaber, das durch die Umwandlung amerikanischer Kasernen- und Wohnflächen immens gewachsen ist.
Auch die Bürger Kriegshabers können ihre Ideen und Wünsche für den Umbau ihres Lebensumfelds äußern. Im März fand dazu eine Auftaktveranstaltung mit dem in Augsburg bereits gut bekannten Moderationsteam des Vereins "Urbanes Wohnen" statt.
Derzeit laufen laut Merkle die Voruntersuchungen für das sogenannte Mapag-Gelände zwischen Friedhof und Spectrum. Die Synagoge zähle zu diesem Planungsgebiet, das sich bis zur Gieseckestraße auf der anderen Seite der Ulmer Straße erstreckt. Zu den Top-Themen des Stadtumbaus gehören auch die künftige Nutzung der alten Kuka-Hallen sowie das geplante Nahversorgungszentrum im Norden des Reese-Areals.
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