Jedes Jahr feiern Homosexuelle den Christopher Street Day (CSD). Der 14. Augsburger CSD in Augsburg war jedoch mehr als nur ein buntes Fest, an dem sich nach Angaben der Organisatoren insgesamt 2500 Menschen beteiligten. Unter dem Motto „Gleich – und zwar berechtigt“ demonstrierten Homo- und Bisexuelle sowie Transgender erstmals in der Innenstadt für die gleichen Rechte, wie Heterosexuelle sie haben.
Ein großer Schritt sei vor zehn Jahren das Lebenspartnerschaftsgesetz gewesen, hieß es. Nun gehe es ums Steuer- und Adoptionsrecht, erklärte Johannes Meyer vom Lesben- und Schwulenverband Deutschland.
Bisher werde das Ehegattensplitting bei Homo-Partnerschaften nicht gewährt. Ein weiterer Punkt sei die Ergänzung des Gleichheitsartikels im Grundgesetz, wonach niemand wegen seiner sexuellen Identität benachteiligt werden dürfe.
OB Dr. Kurt Gribl hatte, wie er sagt, gerne die Schirmherrschaft für den CSD übernommen. Die Organisatoren betonten, sie freuten sich darüber, dass er als CSU-Bürgermeister sich für den CSD ausspricht. Gribl bedankte sich bei den Mitwirkenden, die nicht nur an diesem Tag informierten, sondern das ganze Jahr über für die Belange derjenigen einträten, die tagtäglich schwer zu kämpfen haben.
Antje Seubert (Grüne) forderte, dass es keine „Partnerschaft zweiter Klasse“ geben dürfe und auch die Eignung auf Adoption vorurteilsfrei verlaufen müsse. „Von der Toleranz zur Akzeptanz ist es noch ein weiter Weg“, stellte Dr. Stefan Kiefer (SPD) fest.
Monika Müller (FDP) erweiterte das Zitat von Rosa Luxemburg, dass es nicht nur Freiheit für Andersdenkende geben solle, sondern auch für Anderslebende. Keine Regeln, die in das Privatleben eingreifen, möchte Fritz Effenberger (Piratenpartei), und Frederik Hintermayr (Die Linke) fragte nach dem gesellschaftlichen Aufschrei, als vor wenigen Wochen 300 friedliche CSD-Teilnehmer in Kroatien auf Tausende gewaltbereite Gegendemonstranten stießen.
Regenbogenfahnen am Rathausplatz
Mit einem Rahmenprogramm auf dem Rathausplatz, an dem erstmals Regenbogenfahnen – weltweites Symbol der CSD-Bewegung – wehten, präsentierten Künstler wie Ikena Benéy-Amaechi, Katja von Kassel, Comedian Ole Lehmann sowie zahlreiche Vereine die Vielfältigkeit der CSD-Bewegung. Humorvoll moderierten CSD-Augsburg-Vorsitzender Sven Häberle und Bayern3-Moderator Matthias Mattuschik den Tag.