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19. September 2007 22:10 Uhr

Wahlkampf

Geplante Popkommission steht unter starkem Beschuss

Ein umfassendes Popkulturkonzept für Augsburg hatte CSU-OB-Kandidat Dr. Kurt Gribl versprochen und lud szenegerecht zur Presekonferenz ins Weisse Lamm. Auf dem Podium: Der im Wahlkampf stehende Politiker, Richard Goerlich (Weisses Lamm, Schwarzes Schaf, Musiker und Veranstalter) sowie Mark Vogele, ehemaliger Programmchef von Radio Fantasy, DJ und freier Medienberater.

Er sei für x-large statt für ex-large, so Gribl mit einem Seitenhieb auf den runden Tisch der SPD zum Thema Jugendfestival und versprach, sollte er gewinnen, werde er für die Popkultur eine tragfähige Struktur schaffen. Immer wieder wurden Namen wie Alaska Winter, Anajo, Nova International und Roman Fischer bemüht, um die bereits vorhandene Attraktivität von PopCity zu beweisen. Allerdings waren weder der Produzent noch die Bands im Vorfeld auch nur kontaktiert worden.

Richard Goerlich, der mit dem Weissen Lamm einen attraktiven Club ins Leben gerufen hat, warb als Gründungsmitglied der Popkommission für ein Netzwerk von Bands, Filmemachern, Poeten und Clubbetreibern. "Dass die DVD PopCity nicht im Rathausshop verkauft werden darf, ist doch ein Witz", so Goerlich, der seit einigen Monaten allerdings überwiegend in Berlin lebt. Der Dritte im Bunde, DJ Mark Vogele, sprach sich für eine öffentliche Förderung von Musikern und Comedians sowie Zuschüsse für besondere Veranstaltungen aus. In der Popkommission, die in den nächsten Wochen als Verein eingetragen werden soll, so Vogele, können alle Augsburger mitmachen, sich sich diesem Genre verbunden fühlen.

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Deren erste Aktion wurde ebenfalls vorgestellt. Eine Clubnacht mit zirka 40 Anlaufpunkten soll Ende Januar dem noch jungen Projekt die nötige Stahlkraft verleihen. Richard Goerlich: "Ich könnte mit gut vorstellen, dass dann ein DJ-Star wie Sven Väth in einer Pizzeria auflegt." Gribl hat für das Festival schon mal eine Ausfallbürgschaft von 15 000 Euro zugesagt. Doch das dürfte nicht reichen.

"Keine Ahnung, keine Meinung, kein Konzept"

Stephan Schulz vom liquid, der hochkarätige DJ-Stars unter Vertrag hat, kann nur schmunzeln. So liege die Minimum-Gage von Väth derzeit bei 20 000 bis 30 000 Euro. Außerdem suche sich der Frankfurter seine Auftrittsorte sehr genau aus, Augsburg sei kein Thema, schon eher Ibiza oder Los Angeles.

Und was sagt der politische Gegner? Unter der Überschrift: "Keine Ahnung, keine Meinung, kein Konzept" watscht die SPD den Konkurrenten und seine Initiative ab. Es fehle dem Kandidaten an Kompetenz und Sachkenntnis zum Thema Pop- und Jugendkultur, sagt Landtagsabgeordneter und SPD-Politiker Linus Förster. Was, so fragt Förster, könne man in Sachen Pop von einem Kandidaten erwarten, der hinter den Sportfreunden Stiller einen Fußballverein vermutet habe. Förster moderiert derzeit einen runden Tisch, an dem ein Jugendfestival für 2009 erarbeitet werden soll.

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