Anton Lotter lässt nicht locker: Auch gestern ließ der Besitzer des Bürokomplexes Forsterpark den Zugangsweg, den auch viele Kunden der City-Galerie benutzen, gesperrt.

Immobilienbesitzer Anton Lotter lässt nicht locker: Auch am Montag ließ der Besitzer des Bürokomplexes Forsterpark am Willy-Brandt-Platz den Zugangsweg entlang seiner Gebäude, der auch von vielen Kunden der City-Galerie genutzt wird, gesperrt.
Die Grenze aus Stahlseil und Flatterband, über die Augsburg seit Samstag spricht, wurde von Wachmännern gesichert. Angeblich sollen sie für die ganze Woche gebucht sein. Lotter hat sich bislang nicht geäußert, wie lange er die Aktion durchziehen will. Für Donnerstag ist aber ein Gespräch zwischen ihm und der Stadt geplant.
Bei Geschäftsleuten in der City-Galerie und Mietern im Forsterpark sorgt die Absperrung für Kopfschütteln. „Die Absperrung sieht aus, als ob das Haus wegen eines Bombenalarms gesperrt wäre“, sagt Benjamin Bütow, stellvertretender Restaurantleiter von McDonald’s, zu den Zuständen gegenüber. „Diese Absperrungen mit den Wachleuten, das ist reinste Comedy“, meint Thomas Mütz, Filialleiter von Hugendubel. „Das ganze erinnert ein wenig an den Parkplatz-Sheriff. Der war kein Ruhmesblatt, und diese Aktion wird auch keines.“ Wie berichtet, hatten die rigiden Methoden eines Parkplatzwächters vor zwei Jahren für Furore gesorgt.
Trotz bisher guter Nachbarschaft fühlt man sich beim Management der City-Galerie überrumpelt. „Wir hatten im Vorfeld keine Informationen, und ich empfinde die Massivität des Vorgehens als sehr befremdlich“, sagt Center-Manager Torsten Keller. Man habe bisher voneinander profitiert, auch wegen der Parkplätze der City-Galerie. „Viele Kunden der Forsterpark-Mieter parken bei uns, insofern schadet die Aktion eher den Mietern.“
Wie berichtet, hat Lotter am Samstag überraschend die Zufahrt zum Komplex, die baulich kaum vom öffentlichen Willy-Brandt-Platz zu unterscheiden ist, absperren lassen. Nur wer etwas im Forsterpark zu tun hat, wird durchgelassen. Es gebe Sicherheitsbedenken, so Lotter, wenn Fußgänger und Radler die Lkw- und Feuerwehrzufahrt nutzen.
Zum anderen sei er sauer auf die Stadt, weil sie eine Wiederauflage des „Winterlands“ genehmige. „Ich bin verärgert, dass Augsburg kein Gespür dafür hat, wie man mit Investoren umgeht“, sagt er. Statt einer jährlichen Kunsteisbahn will Lotter einen Architektenwettbewerb für eine Gestaltung des Platzes. Die Absperrung sei „ein Stresstest für das Winterland“, so Lotters Interpretation. Denn das Budendorf verenge ja auch den Zugang zum Einkaufszentrum.
Ob die Sperrung rechtlich zulässig ist, war auch am Montag unklar. Zwischen Lotter und der Stadt gibt es einen städtebaulichen Vertrag. „Wir prüfen, ob der Grundstückseigentümer im Recht ist und ob er tatsächlich die Möglichkeit hat, diesen Weg zu gehen“, sagte Ordnungsreferent Volker Ullrich (CSU). Die Situation sei „mehr als unglücklich“, so Ullrich und verweist auf das baldige Gespräch.
Auch am Montag gab es immer wieder Diskussionen zwischen Sicherheitsleuten und Passanten, die den Umweg nicht in Kauf nehmen wollen. Mehrmals hieß es, Lotter wolle wohl eine „Augsburger Mauer“ errichten. Inzwischen gibt es einen Trampelpfad in der Grünanlage.
„Ich bin einfach den anderen nachgelaufen“, sagt Erika Kallert. Von den Zwistigkeiten hatte sie schon in der Zeitung gelesen, findet die Absperrung aber nicht gut. „Wie schon seit Jahren“ war auch Walter Lugert direkt auf das Einkaufszentrum zugesteuert und dann umgeleitet worden. Insgesamt hält er die Aufregung um den Umweg aber für überzogen.
Doch auch bei den Nutzern der Forsterpark-Gebäude regt sich Unmut. Teilnehmer an Volkshochschulkursen sind sauer, dass sie sich fragen lassen müssen, wohin sie wollen. Die Volkshochschule ist Mieter im Forsterpark.
Wenig amüsiert betrachtet auch Thomas Freimuth, Leiter der Landesdirektion der Süddeutschen Krankenversicherung, die Lage. Auch er sitzt im Forsterpark und empfindet die Aktion als „Schnapsidee“. Man sei vorab informiert worden, dass der Fußweg besser abgegrenzt werden solle. Doch für die jetzige Situation hat Freimuth nur Kopfschütteln übrig. „Das kann nicht so bleiben, die Anwesenheit der Sicherheitsleute empfinde ich persönlich als Unverschämtheit.“ Seine Mitarbeiter habe er angewiesen, Kunden mit Beschwerden sofort an den Eigentümer zu verweisen.
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