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08. Mai 2009 04:57 Uhr

Gesundheitspolitik (nicht) ohne Hirn

Die Anspannung bei der Vereinigung der Nervenärzte, Neurologen und Psychiater aus Augsburg und Umgebung (MI-NERV-A e.V.) ist mit Händen zu greifen. Denn durch die Neuerungen des Gesundheitsfonds 2009 sehen sie den Erhalt einer wohnortnahen ambulanten neurologischen und psychiatrischen Versorgung der Bevölkerung aufs Äußerste gefährdet. Von Judith Strußenberg

Die Anspannung bei der Vereinigung der Nervenärzte, Neurologen und Psychiater aus Augsburg und Umgebung (MI-NERV-A e.V.) ist mit Händen zu greifen. Denn durch die Neuerungen des Gesundheitsfonds 2009 sehen sie den Erhalt einer wohnortnahen ambulanten neurologischen und psychiatrischen Versorgung der Bevölkerung aufs Äußerste gefährdet.

In Zahlen ausgedrückt bedeutet das: Pro behandeltem Patient erhält ein bayerischer Neurologe jetzt im Quartal eine Pauschale von 43 Euro, ungeachtet des Aufwands und der nötigen Konsultationen.

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Dr. Christoph Rieth, Nervenarzt und Vorsitzender von MI-NERV-A schätzt, dass ein Neurologe unter Berücksichtigung aller Vorgaben maximal 1,2 Patienten pro Stunde betreuen kann, was für ihn dann einen Umsatz von etwa 55 Euro bedeutet.

Dem steht nach einer Erhebung der Kassen aber ein Betrag von 180 Euro pro Stunde gegenüber, der als Minimum zur wirtschaftlichen Führung einer Arztpraxis nötig wäre. So werde für viele Neurologen und Psychiater das Führen einer eigenen Praxis zunehmend zum persönlichen Risiko.

Die durch den Gesundheitsfonds geschaffene Versorgungswirklichkeit zeige, "dass medizinische Behandlung in Deutschland ohne Hirn stattfindet", so Dr. Uwe Blaettner, Augsburger Neurologe und Mitglied von MI-NERV-A.

Um die Bevölkerung, und im Hinblick auf die anstehenden Wahlen auch die Politik nachdrücklich auf seine Belange aufmerksam zu machen, hat der Verein jetzt eine neue gesundheitspolitische Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen und hofft auf Gehör.

Wissenschaftsminister über Zahlen "erschüttert"

Zur Auftaktveranstaltung kam Wissenschaftsminister Dr. Wolfgang Heubisch (FDP). Heubisch, als ehemaliger Zahnarzt mit der Thematik vertraut, zeigte sich erschüttert über die Zahlen und sieht besonders Bayern als Verlierer der aktuellen Gesundheitspolitik.

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