Freitag, 24. März 2017

09. Juli 2011 00:11 Uhr

Kulinarische Lesung

Gott und Gaumen

Liturgieprofessor Guido Fuchs sprach zur höheren Dimension des Essens Von Maria Steber

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Himmel und Erde, Gott und Gaumen – Begriffe, die sich zunächst wie zwei Gegenpole gegenüberstehen: „Gott und Kirche“ als Synonyme für „Entsagung“ und „Leibfeindlichkeit“, dagegen „Essen und Trinken“ als Zeichen für „Genuss“ und „Lebensfreude“? Dass dieser Gegensatz nur vermeintlich besteht, dass Essen und Trinken seit jeher viele religiöse Facetten in sich tragen, darauf machte Guido Fuchs, Professor für Liturgiewissenschaft und Alltagskultur an der Universität Würzburg, in einer musikalischen Lesung beim Evangelischen Forum Annahof aufmerksam.

Nicht nur im geistlichen Tun könne man den Glauben eines Menschen erkennen, sondern auch in seiner Art des Essens und Trinkens, erklärte Fuchs. „Jesus wurde von seinen Gegnern als Fresser und Säufer tituliert. Dies jedoch nicht, weil er über die Maßen aß, sondern weil er das gemeinschaftliche Mahl mit Menschen schätzte und zur Verkündigung seines Evangeliums nutzte“, sagte Fuchs. Das Wesen des Christentums bestehe seit jeher im miteinander Essen, betonte er in einem Verweis auf den Bibelwissenschaftler Franz Mußner.

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Gemeinsames Essen trage zur Festigung einer Gemeinschaft bei – einer zwischenmenschlichen, aber auch einer zwischen Mensch und Gott, wie das eucharistische Mahl zeigt: „Die Jünger erkannten Jesus im gemeinsamen Brotbrechen als den Auferstandenen. Das gemeinsame Mahl spendet nicht nur körperlich, sondern auch geistig Kraft“, sagte Fuchs. „Weil die Nahrung dazu dient, Leben zu erhalten, ist sie heilig“, betonte er.

Das Fünf-Gänge-Menü, das vom Anna-Bistro serviert wurde, passte sich an das Thema der Lesung an. Das Gericht „Himmel und Erde“, das scheinbar unpassende Zutaten wie Äpfel, Kartoffel und Blutwurst kombiniert, machte das komplexe Zusammenspiel von Gott und Gaumen kulinarisch deutlich. Ohnedies stand der Genuss an diesem Abend im Mittelpunkt. Doch ohne schlechtes Gewissen. Nicht Genuss, sondern Ausschweifung werde im Christentum als Sünde erachtet: „Gott ist es ja, der das geschaffen hat, was wir essen“, sagte Fuchs. Zu einem moralischen Umgang mit Lebensmitteln riet er dennoch: „Wir sollten darauf achten, was wir essen, und unter welchen Bedingungen Lebensmittel produziert werden.“

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