Montag, 11. Dezember 2017

07. Dezember 2017 18:18 Uhr

Augsburg

Graben, bis die Bronzezeit kommt

Archäologen legen eine 3000 Jahre alte Siedlungsgeschichte neben dem Theater frei. Bei einer Führung können Interessierte am Sonntag hinter den Bauzaun blicken. Von Stefanie Schoene

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Erd- und Gesteinsschichten, die die Stadtgeschichte widerspiegeln, gibt es neben dem Theater zu entdecken. Ein Teil wird einem römischen Wehrgraben zugeordnet.
Foto: Silvio Wyszengrad

Wer durch die Ritzen des Bauzaunes an der Volkhartstraße schaut, blickt auf Erd- und Gesteinsschichten, die bis zu 1700 Jahre alt sind. Nahe des Eingangs des Stadttheaters entdeckten die Archäologen Spuren aus der Bronzezeit. Das sei nicht ganz ungewöhnlich, erklärt der Archäologe Günter Fleps. Es war schon lange bekannt, dass die Augsburger Hochterrasse schon 1500 Jahre vor den Römern wegen ihrer Fruchtbarkeit von kleineren Familienclans besiedelt wurde.

Doch im tiefsten Teil der Grube stieß die zwölfköpfige Mannschaft um den Archäologen Günther Fleps auf eine Überraschung: Eine helle Erdschicht, scharf getrennt von der benachbarten dunkleren Lehmfläche, ordnet der Fachmann eindeutig einem römischen Wehrgraben zu, den er hier nicht vermutet hätte. Der Graben verläuft von Süd nach Nord, liegt jedoch außerhalb der römischen Hauptmauer, die im dritten Jahrhundert noch aus Palisadenzäunen bestand.

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Äußeres Mauersystem

Damit gehören diese Funde wohl zu dem erst 2008 beim Maria-Theresia-Gymnasium und im Annahof entdeckten, äußeren Mauersystem, mit dem die Römer vermutlich eine zukünftige Erweiterung ihrer Siedlung schützen wollten. „Die Hauptstraße der Römer verlief weiter nördlich zu unserer Baustelle, nämlich parallel zur Frölichstraße und dann durch das Ottmarsgässchen. Hier beim Stadttheater hätten wir solch römische Funde deswegen nicht vermutet“, so der Grabungsleiter. Sogar eine Fibel, eine Brosche samt Nadel, zum Halten eines Mantels, fand sein Team im Erdreich.

Überbaut wurde der Graben mit dem Leihamt, von dem sich ebenfalls Reste fanden, und dem ebenfalls zu Beginn des 17. Jahrhunderts erbauten Wein-, Korn- und Salzstadel.

Durch den Bauzaun geblickt rechts, in Richtung Theaterhaupteingang, sind die Ziegelmauern jener Bastion freigelegt, die ab 1563 die Stadt am Alten Einlass schützte. Gut erkennbar sind auch das alte Pflaster vor der Bastion und mit den Entlastungsbögen auch Teile der Stadtmauer aus dem 13. Jahrhundert.

Werden Funde erhalten?

Insbesondere für diese Funde kann Baudirektor Norbert Reinfuss sich vorstellen, dass die Stadt über eine Möglichkeit zur Bewahrung und Ausstellung nachdenkt. Das imposante steinerne Rund in der Mitte der Grube ist ein Lüftungsschacht des Theaters, der 1949 gebaut worden und bis 2017 in Betrieb war. Er wie auch der nebenanliegende Betonweg werden noch ausgehoben, um die darunterliegende mittelalterliche Befestigungsmauer untersuchen zu können.

Wenn das Areal archäologisch ausgeforscht ist, soll es im nächsten Jahr auf der kleinen Grünfläche an der Heilig-Kreuz-Straße und unter den beiden Wegen vor dem Theaterverwaltungsgebäude weitergehen.

Führungen

Am Sonntag, 10. Dezember, werden von 13 bis 17 Uhr Führungen angeboten. Treffpunkt vor Seiteneingang des Stadttheaters, Kasernenstraße. Reservierungen erforderlich unter 324-4131. Da die jeweils 25 Plätze schnell belegt sein werden, verspricht Grabungsleiter Günter Fleps weitere Führungen für Frühjahr 2018.

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