Graffiti werden oft als Vandalismus verschmäht. Dass es sich dabei auch um eine Kunstform handelt, zeigte die Versteigerung von zehn Werken in der Kreissparkasse Augsburg, die 4300 Euro einbrachte. Der Erlös ging jeweils zur Hälfte an die Künstler und an die Kartei der Not.
"Wir hatten lange Zeit einen Bauzaun vor der Filiale und haben aus der Not eine Tugend gemacht und Künstler eingeladen, sich darauf zu verewigen", erklärt Kreissparkassen-Vorstandsmitglied Manfred Stöckl. Die Aktion wurde gemeinsam von der Kreissparkasse und dem Popkulturbeauftragten Richard Goerlich initiiert. Künstler zwischen 16 und 60 Jahren waren am Werk und gestalteten bei drei Treffen - "Moving Art" - 53 Flächen, die monatelang den Bauzaun verhüllten. Die Holztafeln messen zwei Mal zwei Meter. Eine Jury kürte die zehn Siegerwerke, die am Samstagvormittag versteigert wurden. Geleitet wurde die Auktion von Moderator Markus Heffner, der für hitradio.rt1 arbeitet.
Als sehr begehrt erwies sich unter anderem das Werk "Feuergeister" von Vedat Hopoglu. Es wurde für 850 Euro verkauft. "Ich freue mich, dass so viel Geld geboten wurde und damit auch noch etwas Gutes getan wird", sagte er. An seinem Graffiti arbeitete er sechs Stunden. Diesen Zeitraum habe jeder Künstler zur Verfügung gehabt, so Hopoglu. Er selbst ist bereits seit 1984 Sprayer und lebt unter anderem vom Verkauf seiner Graffiti.
Zufrieden mit dem Kauf war auch Christian Blümm, Marketingleiter bei Erdgas Schwaben. "In dem Bild geht es um Energie. Das passt super zu uns." Zu sehen sein wird das Bild künftig in der Hauptfiliale der Firma in Göggingen. Den Transport zu den Käufern übernimmt die Kreissparkasse kostenfrei.
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