Alle warten auf den Umbau des Augsburger Hauptbahnhofs. Was mit der Bahn geht und was nicht, dazu sprach gestern Bayerns Bahnchef Klaus-Dieter Josel klare Worte im Stadtrat. Einem eigenen Gleis für Güterzüge, das sich nicht nur OB Kurt Gribl wünscht, erteilte Josel eine Absage. Keine Antwort gab es auf die zentrale Frage, wann es richtig losgeht mit der Modernisierung des Großstadtbahnhofs. Zwar laufen Umbauten im Empfangsgebäude, Josel ließ aber offen, ob es beim Baubeginn 2011 für die großen Eingriffe bleibt.
Alle warten auf den Umbau des Augsburger Hauptbahnhofs. Was mit der Bahn geht und was nicht, dazu sprach gestern Bayerns Bahnchef Klaus-Dieter Josel klare Worte im Stadtrat. Einem eigenen Gleis für Güterzüge, das sich nicht nur OB Kurt Gribl wünscht, erteilte Josel eine Absage. Keine Antwort gab es auf die zentrale Frage, wann es richtig losgeht mit der Modernisierung des Großstadtbahnhofs. Zwar laufen Umbauten im Empfangsgebäude, Josel ließ aber offen, ob es beim Baubeginn 2011 für die großen Eingriffe bleibt.
Güterzüge Befürchtet wird eine starke Zunahme der Güterzüge auf der Augsburger Strecke. Die Stadt wünscht sich deshalb ein eigenes Durchfahrtgleis für den Güterverkehr im Hauptbahnhof. Bayerns Bahnkonzernbevollmächtigter hält es für unrealistisch. Nötig seien dafür große Umbauten, die 150 Millionen Euro kosten würden und für die Bahn nicht finanzierbar seien. Laut Josel fahren aktuell 100 Güterzüge täglich durch Augsburg. Nach Prognosen der DB wird sich die Zahl bis 2030 maximal verdoppeln. Josel zufolge könnte der Hauptbahnhof über 280 Güterzüge täglich verkraften. Baureferent Gerd Merkle zweifelte an der Glaubwürdigkeit der Prognose aus München. Nach Zahlen der DB aus Berlin werde sich die Zahl der Güterzüge am Hauptbahnhof auf manchen Streckenabschnitten schon bis zum Jahr 2015 weit mehr als verdoppeln.
Augsburger Loch Nach dem Ideenwettbewerb zur Innenstadt liegt ein neuer Vorschlag für den Bahnhofsvorplatz auf dem Tisch. Der Siegerentwurf sieht einen direkten Zugang für Fußgänger in Richtung des neuen Tramtunnels unter dem Hauptbahnhof vor. Diesem "Augsburger Loch", so Josel, werde die Bahn nicht zustimmen. Grund: Der direkte Zugang zum Tunnel würde Geschäften im Bahnhofsgebäude rund ein Drittel der Laufkundschaft wegnehmen. Dies hält die Bahn für wirtschaftlich nicht vertretbar.
Finanzierung Um die Finanzierung des Jahrhundertbauwerks Hauptbahnhof wird hart gerungen. Laut Josel steht der Anteil der Bahn beim Umbau fest. In Abstimmung mit dem Bund werde sich die DB mit 16,7 Millionen beteiligen. Diesen Betrag hielten zahlreiche Stadträte gestern für viel zu gering. In Städten wie Dresden oder Nürnberg fließen deutlich höhere Millionenbeträge in die Bahnhöfe, so die Kritik. "Es ist nicht einzusehen, warum Augsburg als drittgrößte Stadt Bayerns hinter diesen Städten zurückstehen soll", sagte Gribl.
Entlastungsstraße Damit künftig weniger Autos in der City fahren, ist eine neue Entlastungsstraße westlich des Rangierbahnhofs im Gespräch. Dafür bräuchte die Stadt Grund von der Bahn. Laut Josel ist die Bahn gesprächsbereit, kann aber nicht allein entscheiden.
Bahnstromleitung Die umstrittene neue 110-kV-Bahnstromleitung wurde jetzt vom Eisenbahnbundesamt auf der alten Trasse genehmigt. Davon sind die Firnhaberau und Hammerschmiede betroffen. Wie gestern bekannt wurde, gibt es einen neuen Kompromissvorschlag, der verhandelt werden soll.
Protest Am Rande der Stadtratssitzung demonstrierten Behinderte und Mütter mit Kinderwagen für einen barrierefreien Zugang zum Hauptbahnhof. Organisator war die Selbsthilfegruppe Schädel-Hirn-Verletze. Eine Liste mit Forderungen gab Gribl an Josel zur Prüfung weiter. »Einblick
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