Die Studenten werten es als Schlag ins Gesicht nach so viel Einsatz: Im Winter 2009 hatten sie mit ihren Protesten gezeigt, dass sie Dampf machen können. Dass die Unileitung sich diesen Mittwoch dagegen entschieden hat, die Studiengebühren zu senken, sehen deshalb viele Studenten als Rückschlag.



"Ich finde das einfach nur traurig, obwohl es in gewisser Weise absehbar war", sagt die Soziologie-Studentin Christiane Freitag. "Ich war begeistert von der Dynamik des Protests, die endlich auch mal in Augsburg zu spüren war", sagt die 27-Jährige. Sie findet es schlimm, dass für viele ein Studium finanziell fast unmöglich geworden ist.
Auch Germanistik-Student Florian Straßer ist ernüchtert: "Durch Studiengebühren werden finanziell weniger gut Gestellte ausgegrenzt." Er sei bereit, an weiteren Aktionen gegen Gebühren teilzunehmen. So auch Lehramt-Student Chris Wachinger, der die Proteste mitorganisiert hat. "Natürlich ist es ein Rückschlag, aber es war irgendwie absehbar. Wir werden weiter Druck ausüben", sagt er kämpferisch. Kommilitonin Lena Weißner ist nicht zufrieden mit der Verwendung der Gebühren: "Die kaufen alles mögliche Zeug, das gar nicht unbedingt notwendig ist. Unser Geld wird verschleudert." Studiengebühren, gerade im wohlhabenden Bayern, findet sie, genau wie Florian Straßer und Chris Wachinger, einfach unsozial.
"Wir geben nicht auf", sagt Mathias Fiedler, ein Sprecher des Bildungsprotests der Uni Augsburg.
Er betont, dass die Universität Bamberg die Gebühren auf 400 Euro gesenkt habe und dass das in Augsburg auch möglich sei. Für den Uni-Besuch von Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU) gestern Abend kündigte er im Vorfeld Protest an. Das weitere Vorgehen müsse nun erst mal im Plenum besprochen werden, zu dem zirka 100 Studenten erwartet würden.
Was die Reformforderungen für das Bachelor-System betrifft, warten die Studenten jetzt auf den 11. Februar. An diesem Tag soll die Unileitung den Studenten ihre Verbesserungsvorschläge präsentieren. "Falls das negativ ausfällt, lassen wir uns neue Protestaktionen einfallen", kündigt Fiedler an.
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