Wer auf dem Stadtmarkt mit Händlern über den anstehenden Marktsonntag spricht, bekommt einiges zu hören. Denn die Stadt droht ihnen mit Geldbußen. Von Michael Hörmann



Wer auf dem Stadtmarkt mit Händlern über den anstehenden Marktsonntag spricht, bekommt einiges zu hören. "Jetzt haben wir den Salat", heißt es in der Gemüsegasse. "Wir dürfen die Suppe auslöffeln, die man uns eingebrockt hat", sagen Händler in der Fleischhalle.
Fünf Stunden ist der Markt am Sonntag geöffnet - von 13 bis 18 Uhr. Widerstand ist zwecklos oder teuer. Wer nicht mitzieht, dem droht eine saftige Geldbuße. Dies hat das städtische Marktamt den Beschickern unmissverständlich mitgeteilt. Über den Stil des Schreibens sind einige Händler noch mehr verärgert als über die Teilnahmepflicht.
In der "Anordnung" ist zu lesen: "Die Geschäftsbetriebe, denen ständige Verkaufsplätze im Stadtmarkt zugewiesen sind, haben diese am 27. September von 13 bis 18 Uhr zu betreiben, damit im Stadtmarkt ein umfassendes Warenangebot präsentiert werden kann. Die vorsätzliche Nichtbeachtung dieser Anordnung kann als Ordnungswidrigkeit mit Geldbuße bis zu 4500 Euro belegt werden."
Die Marktöffnung ist seit Jahren ein Reizthema. Mal ist der Markt geöffnet, mal hat er zu. Im Frühjahr hatte der Markt komplett geschlossen. Während überall in den Geschäften in der Innenstadt viel los war, waren bei den Markteingängen die Gitter heruntergelassen. Besucher reagierten mit Unverständnis.
Marktbeschicker führen an, dass sich das Geschäft kaum lohne. Wer kauft ausgerechnet am Sonntagnachmittag in großen Mengen Obst, Gemüse oder Fleisch? Eine Marktfrau sagt: "Es ist für uns eine zusätzliche Belastung, weil viele Stände mit wenig Personal an sechs Tagen in der Woche geöffnet haben."
Diese Argumente sind Citymanager Heinz Stinglwagner bekannt. Die City-Initiative Augsburg veranstaltet den Marktsonntag und hat Wert darauf gelegt, dass der Markt öffnet: "Die Teilnahme sollten die Händler als Marketingmaßnahme sehen und dazu ist ein einheitlicher Auftritt nötig." Stinglwagner fügt hinzu: "Außerdem ist es schwer nachvollziehbar, wenn ausgerechnet am Marktsonntag der Markt nicht mitmacht."
Citymanager richtet Appell an die Kunden
Damit sich die Laune der Händler bessert, nimmt Stinglwagner die Besucher in die Pflicht: "Ich möchte einfach mal appellieren, am Marktsonntag unserem schönen Stadtmarkt einen Besuch abzustatten." (Michael Hörmann)
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