Halbzeit im Augsburger Rathaus: Drei Jahre ist die Stadtregierung von CSU und Pro Augsburg im Amt, die Hälfte der Legislaturperiode ist erreicht. Es ist Zeit für eine Zwischenbilanz.
Ein Blick zurück: 2008 war der damals parteilose OB-Kandidat der CSU, Kurt Gribl, überraschend ins Amt gekommen. Am 16. März setzte er sich in der Stichwahl gegen Amtsinhaber Paul Wengert (SPD) durch. Wenige Wochen später, am 2. Mai 2008, wurden Gribl und ein Teil der Referentenriege vereidigt. Andere Stadtminister folgten zu einem späteren Zeitpunkt.
Jetzt regiert OB Gribl unter nicht ganz einfachen Bedingungen. Er hat eine hauchdünne Mehrheit im Stadtrat. Will die Koalition ihren Kurs durchsetzen, benötigt sie stets den Zuspruch des fraktionslosen Karl Heinz Englet, der im Unfrieden die Fraktion von Pro Augsburg verlassen hat.
Kurt Gribl zieht HalbzeitbilanzDas ist für den Rathauschef nicht die einzige Herausforderung: Krankheitsbedingt fallen seit mehreren Monaten Wirtschaftsreferent Andreas Bubmann (parteilos) und Ordnungsreferent Walter Böhm (CSU) aus. Es sieht nach gegenwärtigem Stand ganz danach aus, dass die Nachfolge in den nächsten Wochen geregelt werden könnte.
Personelle „Baustellen“ sind ein Thema für Gribl. Aber auch die richtigen Baustellen haben es in sich: Um den Königsplatz-Umbau durchzubringen, brauchte Gribl gar den Umweg über einen Bürgerentscheid. Der „Baupfusch“ am Curt-Frenzel-Stadion, der jetzt ausgebessert wird, hat Augsburg bundesweit in die Schlagzeilen gebracht. Andererseits gab es Bauprojekte, die reibungslos abgeschlossen wurden oder im Laufen sind: Der Bau der neuen Messehalle ist fertig, die Kongresshalle wird saniert, die Westparkschule errichtet.
- Die Halbzeit im Rathaus ist für unsere Zeitung Anlass, sich in einer achtteiligen Serie mit Themenschwerpunkten zu befassen. Wir bewerten das Wirken des OB, schauen auf das politische Kräfteverhältnis im Rathaus, analysieren die bisherige Arbeit der Regierung und schauen auf die Herausforderungen.