In vielen Großstädten wirbelt die neue Handy-App „myTaxi“ das Gewerbe durcheinander. In Augsburg ist das anders.
Mit wenigen Klicks ein Taxi rufen: In Deutschland können das seit einigen Monaten all diejenigen, die eines dieser modernen internetfähigen Handys – sogenannte Smartphones – besitzen. Dazu installiert man die App „myTaxi“ und drückt einfach auf „zur Bestellung“. Dank GPS-Ortung stellt das Programm fest, wo sich der Kunde befindet, und informiert in Sekunden die Taxifahrer im Umkreis. Der Schnellste nimmt das Angebot an und fährt zum Auftraggeber, der über seinen Bildschirm quasi in Echtzeit verfolgen kann, wie sich das Taxi gerade nähert.
Ein einfaches Prinzip, das das bisherige System aber völlig über den Haufen wirft. Denn die Taxizentralen bleiben außen vor, wenn Kunde und Fahrer ohne Zwischenschritt zusammenkommen. Das Programm wird schon in 30 deutschen Städten genutzt und soll nach Herstellerangaben bereits auf 800000 Geräten installiert sein. Besonders in Großstädten wie München, Stuttgart oder Berlin kommt das Angebot an.
Wer hingegen mit „myTaxi“ in Augsburg abgeholt werden möchte, der wartet mitunter sehr lange. Gerade mal ein Einziger von insgesamt 1200 Fahrern hat sich bisher bei dem Programm registrieren lassen. Alle anderen halten der Augsburger Taxizentrale die Treue. Auch weil die Genossenschaft früh eine Gegenoffensive angekündigt hatte. „Bereits im März 2011 war klar, dass wir eine eigene App entwickeln lassen“, berichtet der Vorsitzende Ferdi Akcaglar.
Als im Herbst erste Flyer von „myTaxi“ in Augsburg aufgetaucht sind, habe man die Kollegen informiert und gebeten, nicht auf den Konkurrenten zu setzen. Das hat funktioniert, meint Akcaglar, auch wenn die eigene App „Taxi Augsburg“ nicht wie geplant vor Weihnachten auf den Markt kam, sondern erst jetzt, vor zwei Wochen.
Aus seiner Sicht haben alle Beteiligten mehr davon, dass die Fahrten weiterhin über die Taxizentrale laufen. „Wir bieten im Gegensatz zum Mitbewerber einen Service an“, sagt Akcaglar. Denn bei „myTaxi“ sei zum einen nicht klar, welcher Fahrer kommt. Da könne auch jemand mit seinem Privat- oder Mietwagen vorfahren.
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