Immer wieder hallt ein tiefes Grollen durch die Dämmerung. Zuerst leise, dann immer lauter zieht das bedrohliche Geräusch die Besucher in seinen Bann. Doch statt eines Unwetters kündigt das von den Elefanten produzierte Donnern deren allabendliches Schlafritual an.


Rund 3500 Besucher konnten am Samstag bei der bereits vierten Dschungelnacht im Augsburger Zoo, die durch ein umfangreiches artistisches Rahmenprogramm komplettiert wurde, den Tierpark und seine Bewohner von einer anderen Seite kennen lernen. "Die Besucher haben die Möglichkeit auch nachtaktive Tiere zu erleben und zu erfahren", so Zoo-Sprecherin Maren Reinhardt über das wahrhaft tierische Vergnügen zu nächtlicher Stunde.
Licht- und Schattenspiel der Feuershow
Da gab es selbst für eingefleischte Zoo-Freunde mit Jahreskarte wie Angela Kolb und Wolfgang Karl aus Diedorf noch Neues zu entdecken. "Niemals habe ich bei einem Zoobesuch einen Biber erspäht. Heute Abend ist es mir gelungen", freut sich Angela Kolb über den Blick auf die nachtaktiven Biber während ihre Augen jetzt dem imposanten Licht-und Schattenspiel der Feuershow folgen. Immer wieder wirbeln Feuerschlucker, begleitet von düsterer Musik, Flammen in die Dunkelheit und tauchen die gesamte Umgebung in mystisches Licht.
"Das ist aufregend wie der Mann Feuer schluckt" staunt der vierjährige Maximilian Wiesner, als gerade wieder eine riesige Feuersäule in die Dunkelheit emporflammt. Über dem ganzen Zoo, so scheint es, liegt der Hauch von Wildnis und Abenteuer. Dezent verbreitet der kühle Abendwind den Geruch der Tiere, der sich ab und an mit dem süßen Duft von Zuckerwatte mischt, über den in stimmungsvolles Licht getauchten Tierpark.
"Die Atmosphäre ist bei einer Eventnacht besonders wichtig", weiß Zoo-Direktorin Dr. Barbara Jantschke, die großen Wert darauf legt, dass Umgang und Aufenthaltsort der Tiere nicht verändert werden. "Die Leute sollen den ,ganz normalen¿ Eindruck der Tiere bei Nacht bekommen", so Jantschke. Auch von den Schneeeulen, die hinter ihrem Zaun gerade als Fotomodel herhalten müssen. Mit seinem Handy nimmt der 13-jährige Raphael Tasch ein Foto des nachtaktiven Vogels auf. Genau wie sein Bruder Tobias ist er großer Harry Potter-Fan.
Grollendes Schlafritual der Elefanten
Noch während die Jungen von der Schneeeule in den Potter-Schmökern erzählen, werden sie von tosendem Applaus unterbrochen. Nicht unweit von ihnen begeistert der Zauberer "Dr. Marrax" das Publikum. Immer mehr Zuschauer scharen sich um den magischen Mann mit mittelhochdeutschem Dialekt.
Doch mit einem Mal werden die Zaubersprüche von gleichmäßigem Donnern untermalt. Denn durch die mittlerweile stockdunkle Nacht hallt immer noch das tiefe Grollen der Elefanten, die nun mit gewaltigem Widerhall ihr allabendliches Schlafritual zu Ende bringen.
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