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19. Oktober 2009 05:18 Uhr

Höchste Eisenbahn für bessere Bahnanbindung

Über die Streichung von schnellen Zugverbindungen über Augsburg und die Schaffung von Überholgleisen auf mehreren Strecken in der Region, dem sogenannten dritten Gleis, wird seit langem intensiv diskutiert (wir berichteten). Zu dieser Problematik hat die bayerische Landesmitgliederversammlung des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) nun eine Resolution beschlossen. Die bei der Tagung im Zeughaus verabschiedete Schrift "Höchste Eisenbahn für bessere Bahnanbindung Augsburgs" fordert Überholgleise, einprägsame Taktzeiten und Nachbesserungen beim Fuggerexpress. Von Christian Mühlhause

Ärgerliches Kompetenzgerangel

Geht es nach dem VCD, bekommen die Strecken nach Ingolstadt, Donauwörth und Ulm ein drittes Gleis. Bernd Sluka, Landesvorsitzender des VCD, ärgert sich bei diesem Thema über das Kompetenzgerangel zwischen Bayern und dem Bund. "Wir sehen die Verantwortung ganz klar beim Freistaat und insbesondere beim Wirtschaftsministerium. Richtung Ulm und Donauwörth ist Tempo 200 möglich. Hier hat der Bund seine Aufgaben erledigt."

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Unverständnis regt sich bei Sluka auch über die "Boykotthaltung" der Landesregierung. "Da sind die Umlandgemeinden Augsburgs sogar bereit, das Projekt vorzufinanzieren, und werden ausgebremst." Er kritisierte zudem, dass die Bahn Augsburger über München und Ingolstadt statt über Donauwörth schicke, um die Neubaustrecke zwischen den beiden oberbayerischen Städten auszulasten. "Hier geht es nur ums Geldverdienen", sagte er.

Um die Situation zu verbessern, arbeitet der Verein derzeit an einem Konzept, das durchgehende Verbindungen durch den gesamten Freistaat vorsieht. Ihm schwebt dabei ein Modell wie beim von der Bahn abgeschafften Interregio vor. Die Bayerische Eisenbahngesellschaft hat laut Sluka bereits Interesse an dem Konzept signalisiert.

Der VCD, der in Bayern 8000 Mitglieder hat, teilt zudem die Befürchtung vieler Augsburger Bürger und Politiker, dass die Fuggerstadt gegenüber den beiden anderen bayerischen Ballungsräumen immer mehr ins Hintertreffen gerät. "München hat eine neue Stammstrecke und Nürnberg eine S-Bahn. Da wurden Projekte umgesetzt, die viel mehr kosten als jenes in Augsburg", verweist Gerd Weibelzahl, Mitglied des VCD-Landesvorstandes.

Zu wenig Platz zum Sitzen

Verbesserungsbedarf sieht der Verein auch beim Fuggerexpress. "Viele Fahrgäste tragen Beschwerden an uns heran, dass der Abstand zwischen den Sitzen zu klein ist und die Rückenlehne zu steil. Außerdem gibt es zu wenig Türen und nur einen Stellplatz für Fahrräder, zu dem man auch nur über einen engen Gang gelangt", so Sluka. Geht es nach dem VCD, werden diese Mankos bei der Nachrüstung behoben, die in zwei bis drei Jahren ansteht.

Auf ein weiteres Problem wies Franz Gabler, Augsburgs Kreisvorsitzender des VCD, hin. Früher fuhren die Züge jede Stunde, heute seien es mal 55 Minuten, mal 75. Einprägsame Taktzeiten machten die Bahn attraktiver, sagte er.

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