Startseite
Icon Pfeil nach unten
Augsburg
Icon Pfeil nach unten

Gastronomie: Im „Einstein“ ist der Ofen aus

Gastronomie

Im „Einstein“ ist der Ofen aus

  • |
  • |
  • |
    Im Spätherbst hofften Koch Mike Rex und Wirt Franz Beck (von links) noch, dass das Restaurant „Einstein“ im Bärenkeller genug zum Leben abwirft. Offensichtlich konnten aber auch Martin Baudrexel und Mario Kotaska, „Die Küchenchefs“ des Privatsenders Vox, nicht helfen.
    Im Spätherbst hofften Koch Mike Rex und Wirt Franz Beck (von links) noch, dass das Restaurant „Einstein“ im Bärenkeller genug zum Leben abwirft. Offensichtlich konnten aber auch Martin Baudrexel und Mario Kotaska, „Die Küchenchefs“ des Privatsenders Vox, nicht helfen. Foto: Archivfoto: Annette Zoepf

    Dem Lechhauser Gasthaus „Zum Schober“ verhalf „Restauranttester“ Christian Rach zum Durchbruch. Für Franz Beck dauerte der Traum von einer Karriere als Wirt trotz professioneller Hilfe nur ein halbes Jahr. Weil er immer weiter in die roten Zahlen rutschte, zog er jetzt die Konsequenz und schloss sein Restaurant „Einstein“ im Bärenkeller – „für immer“, wie er traurig sagt.

    „Ich habe sicher meine Fehler gemacht“, gibt er zu. So habe er all die Monate in seinem Hauptberuf als Zaunbauer gearbeitet und gehofft, sich irgendwann auf die Gastronomie konzentrieren zu können. In erster Linie aber sei es die versteckte Lage des Lokals im Norden des Stadtteils gewesen, die ihm zu schaffen machte.

    Da konnten ihm auch Martin Baudrexel, Mario Kotaska und Ralf Zacherl, „Die Küchenchefs“ des Privatsenders Vox, nicht helfen. Die drei Profis waren im Spätherbst im „Einstein“ zu Gast und trainierten Beck und seinen Koch. „Beim gemeinsamen Menüabend waren wir voll belegt, am nächsten Tag blieben schon wieder die Gäste aus“, sagt der Wirt. Anzeigen und Flyer hätten nichts gebracht, sondern nur Mundpropaganda. Und die bescherte nicht so viele Gäste, dass sich das Restaurant gerechnet hätte.

    Jetzt arbeitet Beck wieder ausschließlich in seinem Handwerksberuf und muss seine Schulden abstottern – nach eigenen Angaben rund 80000 Euro. Das Geld steckte er in die Einrichtung und Küchenausstattung der Gaststätte, kann aber Möbel und Geräte nicht abholen. Der Hausbesitzer behalte sie als Pfand ein. „Erst muss ich die ausstehende Pacht zahlen“, erklärt Beck. Ein Problem mehr, denn ursprünglich sei ihm vom Eigentümer ein Jahr Pachtfreiheit zugesagt worden.

    Hausbesitzer Ludwig Ehnle, der einen sechsstelligen Betrag in die Sanierung der jahrhundertealten Gaststätte in der Hirblinger Straße gesteckt hatte, sucht jetzt nach einem neuen Wirt, der das „Einstein“ mit 70 Plätzen plus Biergarten übernehmen will. Und Beck? Trotz der Pleite kann er sich vorstellen, wieder als Wirt zu arbeiten. „Die Gastronomie wird mich verfolgen.“

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein
    Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden