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01. Oktober 2009 21:35 Uhr

Landgericht Augsburg

Im Internet eine Menge Geld ergaunert

Das Internet hält für den arglosen Benutzer eine Menge Fallen bereit. Ein Mann aus Augsburg hat sich gleich mehrerer illegaler Methoden bedient und einen Schaden angerichtet, der in die Hunderttausende geht. Von Jörg Heinzle

Das Internet hält für den arglosen Benutzer eine Menge Fallen bereit: Kriminelle spähen geheime Kontodaten aus, sie betrügen in Online-Auktionshäusern oder sie bestellen Waren, die sie nie bezahlen. In dieser Woche stand vor dem Landgericht ein 29-Jähriger, der sich all dieser Methoden bediente, um Geld zu verdienen.

Der Mann wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt. Der Schaden, den er anrichtete, soll in die Hunderttausende gehen.

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Vor Gericht übte sich der Angeklagte, der in Augsburg wohnt, in Bescheidenheit. "Sie kennen sich sehr gut aus im Internet", sagte Richter Rudolf Weigell. "Ein bisschen", entgegnete der Angeklagte. "Grundkenntnisse eben." Mehr als nur Grundkenntnisse muss der 29-Jährige aber besitzen, denn er war nach Überzeugung der Ermittler auf den illegalen Pfaden des Netzes eifrig unterwegs. 55 Minuten dauerte es, bis Staatsanwalt Christian Hanft die über 50 Seiten dicke Anklageschrift vorgelesen hatte.

Was Hanft vortrug, klang wie das Abc des Internet-Ganoven. So soll der 29-Jährige Waren bestellt haben, die er nicht bezahlte. Vor allem teure Kaffeemaschinen, Digitalkameras und Handys. Um zu verschleiern, wo die Pakete mit den Waren landen, wurden sie über mehrere Adressen weitergeschickt, ehe sie in Augsburg ankamen.

Dabei halfen ihm Mittelsmänner, die über das Internet angeworben wurden. Bei seinen Bestellungen gab der Augsburger die Namen von ahnungslosen Menschen an - diese hatten dann Ärger mit den Verkäufern, die Geld sehen wollten. Zudem soll der Mann im Internet-Auktionshaus "Ebay" Waren zum Verkauf angeboten haben, die gar nicht existierten. Er verlangte Vorkasse und zockte so die Käufer ab.

Mit falschen Papieren soll der Augsburger mehrere Konten eröffnet haben, die für Betrügereien genutzt wurden. Auf den Konten soll Geld eingegangen sein, das durch "Phishing" ergaunert wurde. "Phishing" ist eine Betrugsmasche, bei der Bankdaten ausgespäht und dann die Konten abgeräumt werden. Der 29-Jährige legte vor Gericht ein Geständnis ab. Er sagte, er sei nur ein Helfer und übers Internet angeworben worden. Die Hintermänner säßen in Ungarn und Russland.

Von Osteuropa aus agieren zahlreiche Internetkriminelle. Viele haben eine gute Ausbildung im IT-Bereich, es gibt aber kaum Jobs. Manche wählen den Weg in die Kriminalität. Der Angeklagte hätte jedenfalls nicht kriminell werden müssen, meint Staatsanwalt Hanft. "Mit diesen Fähigkeiten kann er auch legal Geld verdienen."

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