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05. Februar 2012 12:39 Uhr

Gesellschaft

Immer mehr Kinder bekommen Hilfe aus dem Bildungspaket

7500 junge Augsburger haben Recht auf Unterstützung. Über 60 Prozent profitieren davon – Tendenz weiter steigend

Anfangs lief die Hilfe für Kinder aus bedürftigen Familien schleppend an, doch jetzt kommt das Bildungs- und Teilhabepaket in Fahrt: Nicht ganz ein Jahr nach der Einführung profitieren 62 Prozent der berechtigten Kinder in Augsburg davon. Das seien rund 4660 von 7540, bilanziert Robert Kern, beim Amt für soziale Leistungen für Armutsprävention zuständig. Ihm zufolge liegt Augsburg bundesweit gut im Schnitt; viele Kommunen erreichen nur die Hälfte der Berechtigten.

Das Paket führte der Bundestag im März 2011 als Ergebnis der Debatte über Hartz-IV-Sätze ein. Kinder bekommen daraus Geld für Mittagessen, Lernförderung, Schulbedarf, Schulausflüge und gesellschaftliche Teilhabe (zum Beispiel Sportverein oder Musikunterricht). Es fließt an den Eltern vorbei direkt in die Maßnahme, damit es wirklich den Kindern zugutekommt. Im Höchstfall kann sich das auf 1500 Euro im Jahr summieren.

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Ein halbes Jahr nach der Einführung hatte trotzdem nur ein Drittel der Eltern Anträge gestellt. Dabei hatten Jobcenter und Amt für soziale Leistungen (ASL), die sich in Augsburg die Aufgabe teilen, viel Mühe in die Werbung gesteckt: Die Mitarbeiter des Jobcenters sprachen ihre Kunden an, wenn sie zur Beratung kamen. Das ASL schrieb seinen Klienten Briefe. Der Kreis ist groß, denn zu ihm zählen außer Kindern von Hartz-IV-Empfängern auch Kinder aus Familien, die Wohngeld oder Sozialhilfe beziehen. Kern besuchte inzwischen fast alle Augsburger Schulen und erklärte den Lehrern mehrere Stunden lang, was wem zusteht und wie man die Leistungen beantragt. Der Aufwand hat sich offenbar gelohnt.

Laut Kern wird 1900 Kindern das Mittagessen gezahlt, 1300 erhielten Geld für Ausflüge, 2700 für Schulbedarf, 800 für Teilhabe, 130 für Lernförderung. Die Zahlen bewertet er als gut. „Eine 100-Prozent-Quote wird man nie erreichen“, sagt er. Denn Kinder vor dem Kindergartenalter zum Beispiel hätten kaum Bedarf an Förderung aus dem Bildungspaket.

Der Fachmann glaubt, dass die Zahlen noch steigen, wenn im zweiten Halbjahr die Zeit der Schulausflüge kommt – aber auch die Zeit, in der Nachhilfe nötig wird, damit Kinder das Klassenziel erreichen. Anfangs sei es etwas schleppend angelaufen, weil alle Beteiligten von den Behörden über die Eltern bis zu Schulen und Vereinen sich erst damit auseinandersetzen mussten.

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