"Mein Bruder hat auf Tiere mit Pelz allergisch reagiert", erzählt Lisa Goldfarb. In der Familie Goldfarb war demnach guter Rat teuer, anders ausgedrückt: Die tierische Alternative für Jack Goldfarb hieß Reptililien. Diesen näherte sich der Amerikaner rein wissenschaftlich als Zoologe, untersuchte Lurche und Schlagen hautnah und auch mit der Kamera. Seine Schwester dagegen begegnet Kriechtieren auf andere Weise - mit Pinsel und Ölfarbe.
Die Malerin Lisa Goldfarb lebt in Augsburg, unterrichtet Englisch an der Sprachenschule Inlingua und verwirklicht sich als Künstlerin in ihrem Atelier in der Puppenkiste. Gestern wurde im Augsburger Naturmuseum mit ihren Bildern und den Fotografien ihres Bruders die Schau "In Cold Blood - Tierische Porträts" eröffnet.
Dass hier die Besucher beim ersten flüchtigen Blick nicht sofort zwischen Foto und Ölbild unterscheiden können, liegt an der Kunst der 35-jährigen Malerin, die detailgetreu jede Schuppe eines Helm- oder Stachelleguans, die intensive Blaufärbung eines Halsbandleguans oder das ornamentale Muster der Klapperschlange wiederzugeben vermag. Der Reiz dieser Schau liegt jedoch im Kontrast: hier die mit der Kamera abgelichteten Kaltblütler, dort die im Atelier erfolgten Nachbildungen in Öl.
Natur kann auch abstrakt erscheinen
Daneben zeigt Lisa Goldfarb frei komponierte Arbeiten wie das "Herpotologische Stillleben", auf dem sich aus einer mit Drachendekors verzierten Vase statt bunter Blumen allerlei Getier windet. Und beinahe abstrakt wirkt das Gemälde, auf dem sich Leguan über Leguan türmt. Ebenso ungegenständlich mutet aber auch das wie ein Mosaikmuster erscheinende Farbfoto an, auf dem Jack Goldfarb nur wenige glitzernde Schuppen eines Reptils in Vergrößerung zeigt. (sysch)
Bis 28. Juni im Naturmuseum (Augusta Arcaden), geöffnet Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr.
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