In den Streit über die neue Außentreppe am historischen Fünfgratturm kommt wieder Bewegung. Augsburgs designierter OB Kurt Gribl hat gestern Kontakt zur Alt-augsburg-Gesellschaft aufgenommen und um ein gemeinsames Gespräch gebeten.
Nach einem Telefonat mit der Vereinsvorsitzenden Anne Voit sprach Gribl von einem "sehr sachlichen Gespräch". Die Situation sei allerdings sehr festgefahren. Ihm gehe es jetzt erst einmal darum, die Spannung herauszunehmen und ins Gespräch zu kommen.
Gribl hat Voit um ein Treffen in der kommenden Woche gebeten und auch darum, die Bauarbeiten an der Treppe bis zur Stadtratssitzung am 3. April ruhen zu lassen. An diesem Tag soll entschieden werden, ob das laufende Bürgerbegehren mit über 11 000 Unterschriften gegen die Außentreppe am Turm rechtlich zulässig ist. Noch ist aber nicht sicher, ob vor der Stadtratssitzung tatsächlich ein Gespräch zwischen Gribl, Voit und Evi Hannen von den Treppengegnern stattfinden wird. "Ich habe mich noch nicht entschieden und möchte erst Rücksprache mit dem Verein nehmen", sagte Voit unserer Zeitung. Der noch amtierende OB Paul Wengert hatte es zuvor nicht geschafft, die Kontrahenten an einen Tisch zu bringen.
Besorgt beobachtet wird der Treppenstreit auch bei der Stadtsparkasse, die den neuen Zugang mit 120 000 Euro gefördert hat. Er sei "nicht glücklich" über die jüngste Eskalation, sagte gestern Stadtsparkassen-Chef Werner Lauterbach auf Anfrage.
Wie berichtet, hatte die Altaugsburg-Gesellschaft einen Tag nach dem geplatzten Gesprächstermin mit Wengert die Bauarbeiten am Turm fortgeführt und damit neue Proteste bei den Treppengegnern ausgelöst.
Lauterbach zufolge sind in 18 Jahren noch nie so viele Protestbriefe gegen ein von der Sparkasse gefördertes Projekt eingegangen wie gegen die Außentreppe am Fünffingerlesturm. Als Geldinstitut wolle man sich aus dem Streit aber heraushalten. (eva)
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