Ein 24-Jähriger soll sich mit dem Motiv an fast 500 Orten in der Stadt verewigt haben. Die Polizei ermittelt nun wegen Sachbeschädigung und geht von 71.000 Euro Schaden aus. Von Stefan Krog
Die Bilder sind auf Verteilerkästen, Hauswänden, Trafostationen und Verkehrsschildern zu sehen: Seit einem guten Jahr hat ein Unbekannter mit schwarzem Filzstift seine Botschaft an fast 500 Stellen in der Stadt gezeichnet. Das Motiv ist immer gleich: eine langstielige Blume. Nun hat die Polizei einen 24-Jährigen ermittelt, der für die Zeichnungen verantwortlich sein soll. Die Polizei geht von einem Schaden von 71.000 Euro aus.
Die Blumen sorgen seit einem Jahr für Gesprächsstoff in der Stadt. Auch unsere Redaktion berichtete darüber. In einem anonym gegebenen Interview erklärte ein angeblicher Maler vor einem Jahr einer Zeitschrift, dass er den Augsburgern eine kleine Freude auf ihrem Weg in die Arbeit oder zur Schule machen wollte.
Bei der Polizei wertet man die Zeichnungen hingegen ganz nüchtern als Sachbeschädigung. Die Ermittler gehen von 470 Bildern aus, die vor allem in Augsburg und zu einem kleinen Teil in Gersthofen und Neusäß zu finden sind. „Wir gehen davon aus, dass alle Zeichnungen dem Verdächtigen zuzurechnen sind und es keine Trittbrettfahrer gibt“, so Polizeisprecher Siegfried Hartmann.
Bei einer Durchsuchung in der Wohnung des 24-Jährigen wurden neben Entwurfszeichnungen auch Aufkleber mit dem Blumenmotiv sichergestellt, wie sie ebenfalls an Verkehrszeichen oder Klingelschildern angebracht wurden. Der 24-Jährige äußerte sich in der Vernehmung durch die Polizei bislang nicht zu den Vorwürfen.
Neben einem strafrechtlichen Verfahren könnte auf ihn noch weiterer Ärger zukommen. Denn die Eigentümer der bemalten Gebäude und der Gegenstände, etwa Verteilerkästen, können Schadensersatz verlangen.
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