Wetter
Mo.
21°C
Wetter
Di.
20°C

03. Februar 2012 12:13 Uhr

Gestern Abend

Jetzt geht’s um den Unbequemen

Auftakt fürs Brecht-Festival im Goldenen Saal gibt interessante Einblicke

Nein, schmeichelhaft ist das nicht für Bert Brecht, was Schauspielerin Regine Lutz über ihre erste Begegnung mit ihm erzählt. Ein „hässlicher, alter Mann“ sei er gewesen, zumindest in den Augen der damals 19-Jährigen. Jetzt ist Regine Lutz über 80 und kaum zu bremsen, wenn sie über ihre Arbeit mit BB spricht, der eben auch eines hatte: „einen umwerfenden Charme“.

Solche Begegnungen mit Weggefährten Brechts waren gestern Abend besondere Momente bei der Eröffnung des Brecht-Festivals. Sie fand im Rathaus statt, wo in den nächsten elf Tagen auch ein Großteil der Festival-Veranstaltungen angesiedelt sein wird; was passt, da heuer Brecht und sein Verhältnis zur Politik im Mittelpunkt steht. Es ist der Abschluss einer Brecht-Trilogie, die Festivalleiter Joachim Lang erarbeitet hat und mit der er, so betonte er gestern, das überholte Bild von Brecht „den Erkenntnissen der modernen Forschung anpassen“ wollte. Eine Aufgabe, die er sich zunächst leichter vorgestellt hat – bis er erkennen musste, dass es in Brechts Heimatstadt Gräben zu überwinden gibt.

ANZEIGE

„Diese Zeit“, sagte OB Kurt Gribl, „ist glücklicherweise überwunden.“ Augsburg sei heute „die einzige Stadt in Deutschland, die sich systematisch mit Brecht beschäftigt“. Die Brechtforschung, die Brechtstätten, das Theater und eben das Festival – dies alles seien Bestandteile dieser Auseinandersetzung.

Gut zwei Stunden dauerte der Auftakt, durch den ZDFkultur-Moderatorin Katrin Bauerfeind führte. Gespräche gab es mit Brechtkenner Jan Knopf und mit Carmen-Maja Antoni, der, so Lang, „besten Brecht-Schauspielerin, die wir haben“. Musikalische Akzente setzten die Bolschewistische Kurkapelle und die Ton Steine Scherben Family, die im Anschluss noch ein Konzert im Rathaus gab.

So war die Eröffnung ein kurzer Querschnitt dessen, was die Besucher des Festivals bis 12. Februar erwarten wird. Schauspieler, Politiker, Musiker – sie alle werden sich mit dem Motto des Festivals auseinander setzen. „Wenn dieser unbequeme Brecht am Ende genauso in Augsburg ankommt, wie der musikalische, der letztes Jahr im Zentrum stand, dann bin ich glücklich“, gab Lang zu. Zeit, das Brechtbild zu verändern, hat er übrigens noch länger: Diese Woche wurde sein Vertrag mit der Stadt Augsburg bis 2015 verlängert. »Seite 30

Termin Das Festival dauert bis 12. Februar. Karten gibt es u.a. beim Besucherservice des Theaters Augsburg und in der Buchhandlung am Obstmarkt.

Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.

Artikel kommentieren

Schlagworte

Augsburg

Nachrichten in Ihrer Region
Augsburger Allgemeine Aichacher Nachrichten Augsburger Allgemeine Donau Zeitung Donauwörther Zeitung Friedberger Allgemeine Günzburger Zeitung Illertisser Zeitung Landsberger Tagblatt Mindelheimer Zeitung Mittewlschwäbische Nachrichten Neu-Ulmer Zeitung Neuburger Rundschau Rieser Nachrichten Schwabmünchner Allgemeine Wertinger Zeitung
Finden Sie Nachrichten aus Ihrem Ort
Anzeige

Neu in den Foren
Frage der Woche
Maxstraße: Soll es eine Sperrstunde geben?



Neu in den Leserblogs

Partnersuche