Donnerstag, 19. Oktober 2017

14. Juni 2016 00:40 Uhr

Konzert

Junge Musiker im Dschungel der Avantgarde

Ein Jugendensemble widmet sich der neuen Musik. Unterstützung erhält es von „Heimat“-Star Salome Kammer Von Manfred Engelhardt

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Das „jugendensemble für neue musik bayern“ mit seinem Dirigenten Johannes X. Schachtner (links) und die Avantgarde-Sängerin und Schauspielerin Salome Kammer (Mitte).
Foto: Wolfgang Diekamp

Sie haben sich erst im letzten Jahr in München gefunden, und sie sind noch unglaublich jung (14 bis 23 Jahre). Doch „Ju(mb)le“, das „jugendensemble für neue musik bayern“, kommt unter seinem Dirigenten Johannes X. Schachtner (*1985) bereits ebenso unerschrocken wie erstaunlich virtuos im Dschungel der Avantgarde zurecht. Im Kleinen Goldenen Saal hätte man ihm an diesem ungewöhnlichen Nachmittagstermin noch mehr Publikum gewünscht. Doch das Programm, das vom Auftritt der Sängerin Salome Kammer prominent unterstützt wurde, bot ein Panorama brillant dargebotener neuer Musik – einen modernen „Klassiker“ sowie Werke junger Komponisten.

Flöte, Oboe, Klarinette, Posaune, Percussion, Klavier, Harfe, zwei Violinen, Viola, Cello und Kontrabass machten als transparente Sinfonietta-Besetzung neugierig. Die „Folk Songs“ von Luciano Berio (1925–2003) für Mezzosopran und sieben Instrumente erwiesen sich dabei als hinreißender musikalischer Atlas. Wie Berio mit seiner raffinierten Klangsprache Anmutungen der Volksmusik von Amerika über Mittelasien (Armenien, Aserbaidschan) bis zu den verschiedenen Dialektregionen in Frankreich (Auvergne) und Italien (Sardinien, Sizilien) berührt, sanft streift, verdichtet und per Zitat, harmonischer Raster, aber auch genialer neuer Tonfindungen auf den Punkt bringt, ist großartig. Ebenso, dass er damit nie in die Nähe eines billigen Folk gerät.

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Es gibt wohl niemanden, der die Gebärden, Leidenschaften und das hintersinnige Raffinement dieser Ereignisse besser trifft, als die Stimmartistin Salome Kammer. Die Avantgardesängerin, in Augsburg unvergessen auf der Freilichtbühne mit der „Bernauerin“ und Eliza Doolittle, Edgar Reitz’ „Heimat“-Star, schlüpft mit virtuoser Wandelfähigkeit in alle Lagen: irisches Fiddle-Flair, fast afrikanisch archaische Nuancen in sardischen „Weisen“, mittelalterliche Troubadour-Stimmung aus Frankreich, oder einfach skurriles Vokaltheater – immer in Klangnähe zu den instrumentalen Farben.

Ebenso faszinierte sie mit der Uraufführung „Buenos Aires“ für Gesang und zwölf Instrumente von Jan Müller-Wieland (*1966), ein abenteuerliches musikalischen Kreisen, ein Suchen und Finden einer imaginären Melodie, vage Déjà-vus zu abgewandelten Rilke-Texten. Ähnlich ist der Gestus von „dann und wann“ für Ensemble von Stephanie Haensler (*1986) als ein Kaleidoskop extremer Klänge, Geräusche, minimal aufleuchtender Melodie- und Metrik-Partikel. An Bartóks lapidare tänzerisch-metrische Miniaturen erinnerten Duettini für zwei Violinen von Dieter Dolezel (*1977). Das Publikum feierte die Sängerin Salome Kammer und das von Schachtner souverän durch diese Klangereignisse geführte Jugendorchester.

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