Wetter
Do.
23°C
Wetter
Fr.
21°C

23. März 2009 19:35 Uhr

Munitions-Altlasten Augsburg

"Keine akute Gefahr fürs Trinkwasser"

Die Stadt schließt eine akute Gefährdung des Augsburger Trinkwassers durch Munitions-Altlasten auf der Schießplatzheide aus. Das sagte gestern Umweltreferent Rainer Schaal (CSU) auf Anfrage. Mittelfristig kann er aber keine Entwarnung geben. Von Stefan Krog

Wasser sparen mit modernen Armaturen
Foto: DPA

Von Stefan Krog

Die Stadt schließt eine akute Gefährdung des Augsburger Trinkwassers durch Munitions-Altlasten auf der Schießplatzheide aus. Das sagte gestern Umweltreferent Rainer Schaal (CSU) auf Anfrage. Mittelfristig kann aber eine Verschmutzung nicht ausgeschlossen werden.

Ein Brandbrief des CSU-Bundestagsabgeordneten Christian Ruck an Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) hatte am Wochenende für Aufregung gesorgt. Darin wird der Bund als Eigentümer zur Sanierung aufgefordert. Auf der Schießplatzheide im Haunstetter Wald dürften tausende von Kugeln und Patronenhülsen im Boden liegen - mitten im Schutzbereich der Trinkwassergewinnung (wir berichteten).

ANZEIGE

Bei den Stadtwerken sieht man die Altlasten mit Sorge, warnt aber vor Panik. Messungen an den Trinkwasserbrunnen - die nächsten Fassungen liegen 600 Meter nördlich - hätten seit Beginn der gezielten Proben auf Blei und andere Schwermetalle vor mehr als zehn Jahren keine Auffälligkeiten gezeigt. "Das liegt unter der Nachweisgrenze", sagt Dr. Franz Otillinger von den Stadtwerken. Das Augsburger Wasser zähle weiterhin zu den Besten in Europa.

Auch in der Heide selbst, wo ebenfalls Grundwasserproben genommen werden, gibt es in der Regel keine problematischen Werte. 1999, als wegen des Pfingsthochwassers die Grundwasserstände bis zu den oberen Erdschichten reichten, wurde aber eine erhebliche Verschmutzung festgestellt. "Bis zu den Brunnen findet im Grundwasserstrom eine enorme Verdünnung statt. Aber es ist nicht befriedigend, zu wissen, dass da so etwas im Boden schlummert", so Otillinger. Mittelfristig sei die Beseitigung "dringend wünschenswert".

Verantwortlich ist laut Stadt der Bund als Eigentümer. Vor dem Verwaltungsgericht gab es auch schon einen Prozess, den die Stadt nach eigenen Angaben für sich entschied. Seit 2003 seien durch den Bund - entgegen städtischer Anordnung - keine Proben mehr bei hohem Grundwasserstand durchgeführt worden, so Schaal. Proben bei gewöhnlichen Bedingungen gab es offenbar weiter - ohne auffälliges Ergebnis. Von der Bundesstelle für Immobilienaufgaben in Bonn gab es gestern keine Stellungnahme.

Doch auch wenn man sich zu einer Sanierung entschließen sollte, wäre dies problematisch. Die Schießplatzheide mit ihrem Magerrasen zählt zu den wertvollsten ökologischen Flächen in Augsburg. "Man muss auch darauf hinweisen, dass ein massiver Baggereinsatz Teile zerstören würde ", so Nicolas Liebig vom Landschaftspflegeverband.

Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.

Artikel kommentieren

Nachrichten in Ihrer Region
Augsburger Allgemeine Aichacher Nachrichten Augsburger Allgemeine Donau Zeitung Donauwörther Zeitung Friedberger Allgemeine Günzburger Zeitung Illertisser Zeitung Landsberger Tagblatt Mindelheimer Zeitung Mittewlschwäbische Nachrichten Neu-Ulmer Zeitung Neuburger Rundschau Rieser Nachrichten Schwabmünchner Allgemeine Wertinger Zeitung
Finden Sie Nachrichten aus Ihrem Ort
Frage der Woche
Maxstraße: Soll es eine Sperrstunde geben?



Meistgesucht

2011 | Augsburg | Au | unfall | Feuerwehr | ramadan | tsv | katastrophen | maibaum


Partnersuche

Schlagzeilen aus der Nachbarschaft