Zwei bekannte Schauspielerinnen arbeiten mit dem Theater zusammen. Eine führt Regie, die andere rezitiert.


In Marcus H. Rosenmüllers Film „Sommer in Orange“ spielte sie die Chandra. Es war, zugegeben, keine richtig große Rolle, aber so mancher Fan von Wiebke Puls sah sich den Hippie-Streifen nur deshalb an. Für Augsburger war das immer noch einfacher als nach München zu fahren, wo Puls Schauspielerin an den Kammerspielen ist.
In den nächsten Wochen wird die 1973 geborene Münchnerin aber öfter in Augsburg sein. Gemeinsam mit ihrem Ex-Mann Tom Stromberg inszeniert sie dort das Stück „Das weiße Album“, eine Art Konzert, in dem das gleichnamige Album der Beatles im Mittelpunkt steht. Roland Schimmelpfennig hat die Songs ins Deutsche übertragen; der Schimmelpfennig, von dem auch „Der Goldene Drache“ stammt, der derzeit im Textilmuseum Augsburg gespielt wird.
Puls und Stromberg, Sohn des ehemaligen Augsburger Intendanten Rudolf Stromberg, sind ein „Fang“ für Augsburgs Schauspieldirektor Markus Trabusch: Beide haben in Theaterkreisen gute Namen, Stromberg unter anderem als ehemaliger Intendant des Deutschen Schauspielhauses Hamburg. Leisten kann sich das Theater die beiden dem Vernehmen nach, weil sie nicht die Gage verlangen, die sie beanspruchen könnten. Dafür bekämen sie, so heißt es, in Augsburg die Gelegenheit, ein spannendes neues Projekt zu verwirklichen.
Mitwirkende des „Weißen Albums“ in Augsburg werden acht Mitglieder des Ensembles sein: Judith Bohle, Olga Nasfeter, Lucy Wirth, Lea Sophie Salfeld, Florian Innerebner, Thomas Kornack, Klaus Müller und Ulrich Rechenbach. Premiere ist am 14. April im Großen Haus.
Und eine weitere Schauspielerin aus den Kammerspielen kommt in Kürze nach Augsburg: Anna Maria Sturm. Sie wird bei den Sinfoniekonzerten am 26. und 27. März die „Medea“ sprechen. Augsburger Theatergänger kennen sie aus vergangenen Spielzeiten, wo Sturm in „Die Wildente“ und „Krankheit der Jugend“ auf der Bühne stand. Wer eher fernsieht als ins Theater geht, könnte die Schauspielerin schon einmal im Polizeiruf 110 gesehen haben. Oder im Kino – wieder bei einem Rosenmüller-Film. Nur war es hier „Sommer der Gaukler“.
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