Dienstag, 21. November 2017

14. Januar 2014 16:00 Uhr

Region Augsburg

Kissinger fürchten um ihre Wasserversorgung

Der frei fließende Lech: Das ist eine Vorstellung von Naturschützern, die derzeit in Kissing Besorgnis erregt.

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Denn die Kommune bezieht ihr Trinkwasser aus dem Lech-nahen Bereich und hat zudem einen Notverbund über eine Fernleitung ins Augsburger Trinkwassernetz. Die Nachbarstadt wiederum besitzt eine ganze Reihe von Brunnen nicht allzu weit vom Fluss entfernt. „Wenn der Lech wirklich verbreitert wird, so wie das jetzt angedacht ist, können wir beides vergessen, den Brunnen wie den Notverbund“, ist sich Bürgermeister Manfred Wolf sicher.

Lech soll durch Baggerseen strömen

Er hat nichts gegen einen naturnahen, frei fließenden Fluss wie er etwa im Rahmen von Wertach vital geschaffen wurde. Dass sich der Lech aber, so wie es derzeit diskutiert wird, weit über die jetzigen Deichgrenzen hinaus ausbreiten können soll, das könne er nicht zulassen.

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Gerade auf Kissinger Flur ist die Idee, das Fließgewässer durch die beiden Baggerseen strömen zu lassen, ungeliebt. So könnte ein echtes Flussbad errichtet werden, das Fließgewässer spüle zudem den sich ansammelnden Schlamm immer wieder weg. Der Weitmannsee gilt den Kissingern aber als Puffer für ihr Trinkwasser und wird in Zusammenarbeit mit dem Erholungsgebieteverein Augsburg (EVA) auch immer sorgsam gehegt und gepflegt.

Die Trinkwasser-Förderstelle ist nur gut 500 Meter vom ufernächsten Punkt entfernt, ein natürlicher Kiesfilter erstreckt sich vom See bis zu den Förderpumpen. Ein Horror wäre die Vorstellung, ein entfesselter Gebirgsfluss könnte die Filterstrecke verkleinern. Der Lech soll ja schließlich frei fließen können. Wolf erinnert an das Hochwasser 1966, als Lechfluten am Bahndamm anstanden; danach wurden die Deiche angeschüttet, die beispielsweise 1999 den Fluss im Zaum hielten.

Wenig Raum zwischen den Deichen

Wenn auch nicht ganz, wie die Kissinger meinen: Da für einen solchen Fall nur relativ wenig Raum zwischen den Deichen zur Verfügung steht, steigt die Wassersäule innerhalb der beiden Deiche, wodurch der Druck auf das Grundwasser erhöht würde. Kellerschächte würden volllaufen. Wie der Lech bei Hochwasser gezähmt werden solle, sei für Bürgermeister Wolf zudem ein Rätsel.

Er erinnert an ein Schreiben, das er nach den Erfahrungen des Pfingsthochwassers im Jahr 2003 an den damaligen Umweltminister Werner Schnappauf gesandt hatte. Mehr Raum zwischen den Deichen, hatte er darin gefordert. Durch das Projekt Wertach vital fühle er sich bestätigt. „Dabei wurde eigentlich nichts anderes umgesetzt“, ist sich der Kissinger Bürgermeister sicher. Schleierhaft sei ihm auch, wie wieder Geschiebe in den Lech kommen solle. „Da müsste man ja die Staustufen alle auflösen, damit da wieder Felsen und Steine von Füssen zu uns runterkommen.“

Kritik von Fischern

Engelbert Pflanz, der für die Kissinger Fischergilde die meisten Arbeitskreise besucht hat, glaubt auch nicht, dass der Schlamm wirklich vom Wildfluss wegtransportiert wird. „Das Lechwasser bei uns ist längst nicht mehr so sauber wie noch bei Reutte. Wir sehen das doch jetzt schon: An ruhigeren Stellen hinter den Kiesbänken bilden sich Algen, und die Steine sind glitschig.“

Die Fischergilde fürchtet zudem um ihre Existenz. „Wenn es den Weitmannsee nicht mehr gibt, können wir uns auflösen“, klagt der ehemalige Gemeinderat.

Bürgermeister Wolf wurmt zudem noch etwas anderes: Ende Januar soll der Flussdialog weiter gehen und Bürger können online einen Fragebogen ausfüllen. Dieser ist in seiner jetzigen Version laut Wolf unausgewogen und bietet kaum Abstufungen und Differenzierungen. Ralph Neumeier, Chef des Wasserwirtschaftsamt Donauwörth sagt, es gebe sehr wohl Antwortvarianten. Das Thema Trinkwasserversorgung werde aber noch ergänzt.

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