Oberhausen (mest) - Schnell schiebt sich der Tross der Besucher die 392 Stufen hinauf. Noch 30 Meter sind es, dann haben es Johannes Baumgartner und Axel Janssen geschafft -sie haben den Aufstieg zur Aussichtsplattform des Gaskessels Oberhausen hinter sich, die Attraktion des Gaswerksommers 2009. "Dieses bedeutende Industriedenkmal Augsburgs hat besonders für den Stadtteil Oberhausen Bedeutung", sagt Oliver Frühschütz, erster Vorsitzender der Gaswerksfreunde Augsburg. Viele ehemalige Mitarbeiter kämen in diesen Tagen, um den 86,5 Meter hohen Gaskessel zu besteigen.
Johannes und Axel sind schon das zweite Mal da. "Wir haben bereits eine Führung in der Dämmerung mitgemacht", sagen die beiden. "Doch tagsüber ist es einfach interessanter, weil es noch mehr zu sehen gibt", sagt Janssen. Vor seinem luftigen Aufstieg an der Außentreppe des Gaskessels hat er sich auch im Inneren des Kessels, einem sogenannten Scheibengasbehälter, umgesehen. Ein riesiges Pendel, gesteuert von einer Magnetscheibe, schwankt dort zu einer klassischen Symphonie. Düster ist es an dem Ort, an dem früher Gas zwischengelagert wurde, das in einer kalten Winternacht zirka eine Stunde ausreichte.
Einige Besucher stehen dort, lauschen dem Klang der Musik und fühlen das Vibrieren des Fundaments aus einer Betonskelettkonstruktion. 52 Orgelpfeifen geben die klassischen Klänge wieder. Edis Heric, der eben noch im Gasbehälter stand, will jetzt auch noch den Rest des rund 18 Hektar großen Areals besichtigen; sich die Ausstellung in der Elektrozentrale ansehen. "Und dann werde ich natürlich noch eine Besichtigung des Gaskessels mitmachen", sagt er und lacht. 392 Stufen liegen vor ihm - und er freut sich schon auf die grandiose Aussicht, die ihn erwartet.
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